Dreihundert und einundfunszigste Auch». ZZj j
der Trennungsbrand verzehrt mein ganzes Herz. Welch gräßlicher Tag war cs !
für mich, als ich an ihrer Thüre die Trennungszcilen geschrieben las. Ich !
weinte und tränkte die Erde vor Licbesschmcrz; doch verbarg ich meinen Zustand >
vor den Tadlern und Spähern. O hätten sie mich gesehen, wie ein Löwe auf
mich zukam und schon aufsprang, um mich anznfallcn! Doch besänftigte ich ihn,
und er verzieh mir, als er hörte, daß ich ein Liebender sep, gleichsam als
habe er selbst schon die Liebe gekostet. Erreiche ich jedoch nur mein Ziel, i
so wird aller Kummer und alle Qual vergessen scpn." I
Als er diese Verse vollendet hatte, öffnete sich die Thüre der Höhle, und eineStimme ries: „O Erbarmen!" Der Eremit grüßte den Prinzen, der ihm den Gruß
erwiderte und nach seinem Namen fragte. Der Prinz antwortete: „Ich heiße UnsAlwudsud!" Er fragte ihn, warum er hierher gekommen, und der Prinz erzählteihm seine ganze Geschichte, worüber der Eremit heftig weinen mußte. Dann sagtedieser: „O Prinz! ich bin nun schon zwanzig Jahre in dieser Höhle, ohne Jemandengesehen zu haben, bis vor ungefähr sechs Tagen, da hörte ich ein Lärmen und einGeräusch und sah viele Leute und ausgeschlagene Zelte am User des Meeres. Nach