«
Dreihundert
und
zmeiundvierzijZste Nacht.
Oha ne ms Leidenschaft ward immer heftiger und sein Herz mächtig von Liebeentflammt. Sie aber sträubte sich immer und sagte: „Ich kann dir's nicht gewähren."Sie unterhielten sich so liebend mit einander, und Ghanem schwamm im Meere derLiebestrunkenheit, sie aber blieb immer würdevoll und unerbittlich, bis die Nacht sieüberfiel, die den Saum des Schlafs über die Menschen herabhängt. Dann standGhanem auf, zündete die Lampen und Wachslichter an, brachte Alles wieder inOrdnung, nahm ihre Füße, küßte sie und fand sie wie frische Butter; er streichelte seinGesicht darauf und sagte: „O meine Herrin! habe doch Mitleid mit dem Gefesseltendeiner Liebe und mit dem Getödteten deiner Augen. Mein Herz wäre ja ganz gesundohne dich!" Sie erbarmte sich seines Kummers und sagte ihm: „O mein Herr! Licht
meiner Augen! bei Gott! ich liebe dich und halte fest an dir, doch nimmermehr darfstdu mich küssen." Er sagte: „Und was hindert mich?" Sie antwortete: „Ich willdir heute Nacht eine Geschichte erzählen, du wirft mich dann entschuldigen."
Ghanem war neugierig, sie zu hören, und ward immer heftiger in seinem Flehen,daß sie ihn das Ziel aller seiner Wünsche erreichen lasse und seinen Kuß erwidern möge.Einmal versprach sie es auf den andern Tag; als der andere Tag jedoch anbrach, flohsie ihn abermals und erwiderte: „Du sollst eS endlich wissen, warum ich deine Bitte