Vroihimbert und »eununddreihiuste Nacht. 0<j j
sollst auch noch für dich zwanzig Dirham haben. Der Mäkler brachte ihn zum
Sklavenhändler, der von ihm das Geld nahm; ich aber ward in das Haus desKaufmanns geführt, woselbst der Mäkler den Preis empfing. Der Kaufmann aberkleidete mich anständig und behielt mich bei sich ein ganzes Jahr, während dessen ichihm treu diente. Als das neue Jahr kam, das ein sehr gesegnetes und fruchtbares anallen Gewächsen war, gaben die Kaufleute jeden Tag Mahlzeiten. Nun kam auch dieReihe an meinen Herrn, einen großen Schmaus in einem Garten außerhalb der Stadt zugeben. Allerlei Speisen, und was sonst die Prachtliebe kennt, wurden aufgestellt, unddie Gäste aßen und tranken und unterhielten sich fröhlich bis Mittag. Da brauchiemein Herr etwas aus dem Hause und sagte zu mir: Sklave! nimm den Maulesel,reite nach Hause und bringe mir von deiner Herrin dieses und jenes, und komme schnellzurück! Ich befolgte den Befehl meines Herrn und ritt nach Hause. Als ich in derNähe des Hauses ankam, schrie und weinte ich so laut, daß alle Leute aus dem Quartier,Groß und Klein, sich versammelten; auch die Frau und die Tochter meines Herrn hörtenmich schreien, öffneten die Thüre und fragten mich, was es gäbe? Ich sagte unterThränen: Mein Herr saß unter einer alten Mauer, um seine Nothdurft zu verrichten,als sie cinfiel; wie ich das sah, nahm ich den Maulesel und ritt schnell daher, um eseuch zu berichten. Wie die Frau und die Töchter dies hörten, schrien sic, zerrissen ihreKleider, schlugen sich, in's Gesicht, und die Nachbarn und alle Diener liefen wegen ihreslauten Jammers zusammen. Die Frau meines Herrn aber warf, außer sich, alleGeräthschaflen des Hauses untereinander, zerstörte alle Mobilien und Divane, zerbrachFenster und Läden, und beschmierte Alles mit Koth und Indigo. Als sie wieder etwaszu Besinnung kam, sagte sie mir: Wehe dir, Kafur! hilf mir und zerbreche allesdieses Geschirr, die chinesischen Gefäße, Flaschen u. s. w. Ich folgte ihrem Befehl undverwüstete alle Geräthschaflen des Hauses, ging auf die Terrasse, zerstörte Alles,was nur zu vernichten war von chinesischen Gefäßen im Hause, und schrie: Wehe,mein Herr! Dann ging meine Herrin mit entblößtem Gesichte, nur den Kopf bedeckt, 'aus dem Hause mit ihren Söhnen und Töchtern, und sagte mir: Kafur! geh vor
uns her und zeige uns, wo dein Herr unter der Mauer todt liegt, daß wir ihn unterdem Schutte hervorziehen, in einem Kasten nach Hause tragen und dann mit Pompbeerdigen. Ich schritt vor ihnen her und rief in einem fort: Wehe, mein Herr! Sieaber folgten mir mit entblößtem Gesichte und schrien: Wehe! Wehe! der Mann! Es
' Die Araberinnen entblößen, wie die Jüdinnen, noch eher ihr Gesicht, als ihre Vaare.