Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Dreihundert

neununddreißigste Nacht.

Der Laternenträger, der Sawab hieß, sprach:Ich will euch meine Geschichteerzählen;" sie aber sagten:sprich!" worauf er, wie folgt, begann:Wisset, meineFreunde! ich war noch ganz klein, erst fünf Jahre alt, als mich Sklavenhändler ausmeinem Lande raubten und mich einem Dsausch verkauften. Dieser hatte eine kleineTochter von drei Jahren, mit der ich erzogen ward. Die Leute hatten ihren Spaß mitmir, wenn ich mit der Kleinen spielte, vor ihr tanzte und sang. So ward ich zwölfJahre alt und sie zehn. Noch ließen sie mich bei ihr, bis ich eines Tages zu ihr kam,wie sie an einem einsamen Orte saß, schön gekleidet, mit Blumen geschmückt, duftendvon den herrlichsten Wohlgerüchen, als wäre sie eben aus dem Bade gestiegen. Siehatte ein rundes Gesichtchen wie der Mond in der vierzehnten Nacht, und wir scherztenmit einander, bis wir uns in den Armen lagen und ich ihr einen heißen Kuß gab.Als dies geschehen, entfloh ich zu einem meiner Freunde. Ihre Mutter kam noch schnellgenug, um ihre Verwirrung zu bemerken, war aber tödtlich darüber betroffen; dochverbarg sie Alles vor ihrem Vater. Mich suchte man zwei Monate lang, bis man michendlich fand; doch liebte man mich zu sehr, um die Geschichte dem Vater zu entdecken;meine Geliebte aber wurde dem Barbier verlobt, der ihren Vater rasirte.

Taustnd und eine Nacht. >1

37