Dreihundert und achtunddreißigste Nacht. 287
Dümmste unter uns bist." Er erwiderte: „Ihr werdet mir nicht glauben, bis wirin's Grabmal kommen und ich euch die Maus bringe; ich glaube, sobald sie das Lichtsah, hat sie sich vor uns gefürchtet und ist aus Furcht auf den Dattelbaum gestiegen."Als Ghanem diese Worte hörte, dachte er: „O verruchtester aller Sklaven! Gottvergebe dir deine Sünden nicht, mit sammt deinem Verstand und deiner Einsicht! Esgibt keinen Schutz und keine Macht, außer bei Gott, dem Erhabenen! Wie werde ichdiesen Sklaven entkommen?" Die beiden Träger sagten dann dem, der das Beil hatte:„Klettre über die Mauer und öffne uns die Thüre, Sawab! denn wir sind müde, dieKiste zu tragen. Wenn du die Thüre öffnest, sind wir dir eine fette Maus schuldig,die du auch haben sollst, so wie wir eine fangen; wir wollen sie dir selbst sehr kunstvollbacken, so daß kein Tropfen von ihrem Fett verloren geht." Sawab sagte: „Ichfürchte etwas, das mir bei meinem geringen Verstände jetzt erst einfällt. Es ist wohlbesser, wir legen die Kiste außerhalb der Thüre ab, da sie doch unfern Schatzenthält." Seine Begleiter fragten: „Warum? wenn wir sie hier wegwerfen, wird sieja zerbrechen!" Er antwortete: „Ich fürchte, es möchten Diebe im Grabmal seyn, dieuns umbringen und berauben; wenn es Nacht wird, suchen solche Leute diese Plätze ausund theilcn hier ihre Beute." Die beiden andern Träger der Kiste antworteten:„Dummkopf! wie sollten sie hieher kommen?" Sie legten dann die Kiste ab, klettertenauf die Mauer, der Dritte aber blieb, mit dem Beile und einem Korb mit Gyps beladen,außen stehen. Hierauf setzten sie sich und verschlossen die Thüre wieder. Einer von ihnensagte: „O meine Freunde! wir sind nun müde vom Gehen, Tragen, Ocffnen und
Wiederverschließen der Thüre; es ist nun Mitternacht. Wir haben keine Kraft mehr,die Thüre zu öffnen und die Kiste zu verbergen, wir wollen jetzt drei Stunden ausruhenund dann unsere Arbeit verrichten, und Jeder von uns erzähle indessen, wie er zum