270 Dreihundert und dreiunddreißigste Nacht.
möge! wir sind wohl zwanzigmal hier voriibergegangcn; hättest du mir gesagt, daß duhier wohnst, so hätten wir diese große Mühe erspart! Gib mir meinen Lohn und laßmich meines Weges gehen." Chalif sagte ihm: „Willst du Silber oder Gold?Bleib hier stehen, bis ich dir cs bringe." Mit diesen Worten ging er in sein Zimmerund nahm daselbst einen Hammer, der mit vierzig Nägeln beschlagen war, so daß, wen»man ein Kamcel damit geschlagen hätte, es auf dem Platze geblieben wäre; lief damitauf den Träger los und hob seine Arme auf, um über ihn herzufallen. Sarikschrie: „Halt ein! du bist mir nichts schuldig." Soviel, was den Träger angeht.Als die Nachbarn Chalif mit der Kiste in sein Zimmer gehen sahen, versammelten siesich um ihn und sagten: „O Chalif! woher hast du diese Kiste und dieses Kleid?"Er antwortete: „Von meinem Jungen Raschid." Die Leute sagten: „Der Mannist rasend, wenn der Beherrscher der Gläubigen das hört, wird er ihn an der Thüreseiner Wohnung nebst Allen, die im Chan wohnen, aufhängcn lassen; das ist ein böserSpaß." Sie halfen ihm die Kiste, die beinahe so groß war wie sein Zimmer, hineintragcn,und Chalif legte sich auf derselben schlafen. Soviel, was Chalif angeht; was aberdie Geschichte der Kiste betrifft, so hatte der Beherrscher der Gläubigen eine türkischeSklavin, welche Kut Alkulub (Hcrzcnsnahrung) hieß. Der Chalif liebte sie sehr;als aber die Frau Subcida davon hörte, ward sie sehr eifersüchtig und sann auf Rachegegen sie. Wie nun der Fürst der Gläubigen auf der Jagd war, ließ die Frau Subcidadie Sklavin einladen, gab ihr zu essen und zu trinken, mischte Schlaftrunk in den Wein,und schickte, als sie davon einschlief, nach einem ihrer alten Diener, ließ die Sklavinin eine große Kiste sperren, schloß sie zu und gab sie dem Diener mit den Worten:„Geh mit dieser Kiste an's Meer und werfe sie in's Wasser!" Er lud die Kiste aufeinen Maulesel, den er vor sich Hertrieb, und zog damit nach dem Meere. Die Kisteaber ward ihm zu schwer; als er daher am Kistenmarkt vorllberging, und ihn derOberste der Mäkler sah und fragte: „Verkaufst du diese Kiste?" so antwortete er: „Ja,doch nur verschlossen." Jener erwiderte: „Gib nur, dies soll geschehen." Er nahmdie Kiste herunter und rief aus: „Wer kauft eine Kiste um hundert Dinar?" Währendsie so beisammen waren, ging der Fischer Chalif vorüber, drehte die Kiste rechts undlinks, nahm sie für hundert Dinar und gab sie dem Träger, wie oben erwähnt worden.Als nun der Fischer auf der Kiste lag, erwachte Kut Alkulub vom Schlaf, merkte,daß sie in eine Kiste gesperrt war, und schrie jämmerlich. Als Chalif dies hörte,sprang er von der Kiste herunter und rief zum Fenster hinaus: „Muselmänner! kommtmir zu Hülfe, es ist ein Teufel in der Kiste!" Die Nachbarn erwachten aus dem