Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
253
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' Dreihundert und Ilebcnundznmnzigste Nacht. 2^3

fiel über den halbblinden Affen her, bis er ihm die Rippen zerbrach und er vorSchmerzen auf und ab lief. Da sagte der hübsche Affe:O Chalif! was nützt dirdies Schlagen, und wenn du ihn auch zu Tode prügelst?" Chalif erwiderte:Was istdenn zu thun? soll ich ihn wieder gehen lassen, damit er mit seiner Mißgestalt mirwieder die Fische vertreibe und mich jeden Tag um das bringe, was mir Gott alsLebensunterhalt bestimmt? Nein, ich will ihn umbringen, damit ich Ruhe vor ihm habe,und dich an seiner Stelle !zu meinem Affen nehmen, um jeden Tag zehn Goldstücke zugewinnen." Der hübsche Affe sagte hierauf:Ich will dir einen bessern Rath geben: wenndu mir gehorchst, wirst du Ruhe bekommen, und ich werde an seiner Stelle dein Affewerden." Chalif sagte:Was willst du mir rathen?" Er antwortete:O Chalif!wirf jetzt dein Netz aus, und es wird ein schöner kostbarer Fisch heraufkommen, desgleichenniemals gesehen worden; ich will dir dann sagen, was du damit thun sollst." Da sagteChalif:Nehme dich in Acht! wenn ich abermals einen Affen heraufziehe, so schneideich euch alle Drei in sechs Stücke." Der Affe sagte:Gut, Chalif! ich nehme dieseBedingung an." Chalif warf wieder das Netz in den Strom; wie er es an sich zog,war ein großer Fisch mit rundem Kopf darin. Als Chalif diesen Fisch sah, verlor erfast den Verstand vor Freude, und sprach:Gelobt sey Gott! was ist das für eine edleGestalt; wären diese Affen noch im Strome gewesen, so wäre gewiß dieser Fisch nichtherauf gekommen." Da sagte ihm der hübsche Affe:Chalif! wenn du mir gehorchst,wird es dir gut gehen." Chalif antwortete:Gott verdamme Jeden, der dir von nunan widerspricht!" Der Affe sagte:Chalif, nimm diesen Fisch, lege ihn in einenKorb, mit ein wenig Gras unten drin und ein wenig oben darauf; kaufe dir danneinige Stängel Basilienkraut vom Blumenhändler, stecke sie ihm in den Mund unddecke ihn mit einem Tuche zu, geh damit durch die Straßen Bagdads, und wenn ihnJemand von dir kaufen will, so verkaufe ihn nicht bis du auf den Bazar der Juweliereund Geldwechsler kommst; zähle daselbst sechs Magazine auf deiner rechten Seite undgehe in das sechste, das dem jüdischen Geldwechsler, dem Glücksvater, gehört. Wenn erdich fragt, was du willst, so sage ihm: Ich bin ein Fischer, habe das Netz auf gutGlück ausgeworfen, da kam dieser kostbare Fisch herauf, den ich dir als Geschenk bringe;wenn er dir Geld geben will, so nimm nichts an, weder wenig noch viel, sonst kannunser Werk nicht gelingen. Sage ihm nur: Ich verlange von dir ein einziges Wort,sprich zu mir nur: Ich verkaufe dir meinen Affen für den deinigen, und mein

Glück für das beinige. Wenn der Jude dir das gesagt, so gib ihm den Fisch und ichwerde dein Affe, und dieser blinde, lahme, krätzige wird der seinige." Chalif