Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
237
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Dreihundert und ;weiundzwun;igste Nacht.

CH atu ns, setzte sich ihm zu Kopfe, sah ihm in's Gesicht, und ihre Liebe ward immerdeftiger; ihre Thränen flössen reichlich, sie seufzte und schluchzte, und sprach folgende Verse:

O du! der die Nacht verschläft, Scblaf ist den Liebenden verboten; werlieben will, muß auch den Schlaf meiden/'

SeisAlmuluk schlief immer fort, Badiald Jamal aber weinte und jammerte.Da fiel ein Tropfen von ihren Thränen aus Seif Almuluks Wangen, der davonerwachte und Badiald Jamal neben sich sah; er erkannte sie, und sprach weinendfolgende Verse:

Meine Thränen mögen mir als Entschuldigung bei dir dienen, und dirdas Geheimnis! meines Herzens entdecken. Die Freude hat dasselbe so überströmt,daß ich weinen muß vor übergroßer Wonne. Ich sah einen Mond über denZweigen eines Ban ' gehen, und verlor ans Liebe Math und Geduld. DasInnerste meines Herzens gcricth in die heftigste Verwirrung, so daß in meinemSchmerze der Schlaf meine Augen floh. Ihre Angcn sind schwarz, wohlduftendist ihr Mund, ihre Acpfclwangcn sind wie Anemonen. Aus Liebe und Sehnsuchtrief ich aus: Nur sie will ich, nichts kann sie mir aus dem Herzen reißen! BeiGott, ich beschwöre dich! o du, der nichts bei mir gleich kommt! du mein Geistund meine Freude! bei der Anmuth deiner Wangen, weiß und roth gemischt, beidem Zauber und der Glut deiner Augen, bei den biegsamen Zweigen deinesWuchses sehne dich nicht nach dem Unseligen, den der Licbesschmerz zernichtet, vondessen vergänglichem Körper nur noch ein kleiner Rest übrig geblieben; das istAlles, warum ich nach deinem Lobe bitte, und nun habe ich, indem ich meinenZustand geschildert, meine Pflicht erfüllt."

Er recitirte noch folgende Verse:

Friede scy mit dir und werde dein Führer! das Edle neigt sich immer

zum Edlen hin; Friede sey mit dir! möchte ich dich nie unglücklich wissen! 2n

meinem Herzen nimmst du einen großen Raum und hohen Rang ein; michverzehrt die Eifersucht, und der Gedanke an dich; jeder Liebende leidet für seineGeliebte. Höre nicht auf, deinem Freunde hold zu scpn, denn er stirbt vor

Sehnsucht: sein Herz ist licbckrank. Gebeugt schaue ich zu den Sternen der

Nacht, und mein Herz ist einer langen Pein hingcgebe». Keine Geduld und keineAnstrengung Hilst mehr, ich werde immerfort sagen: Der Friede Gottes scy mitdir zu jeder Zeit! Nie wird der Liebende ungeduldig werden, dir zu huldigen."

' Ei» Baum, mit dem oft der schöne Wutbö rerglichc» wird.