Dreihundert und stelienzehnte Nacht. 221
Gott. Zwei Stücke Holz dienten ihnen zu Rudern; sie banden das Seil losund ruderten mit dem Floß mitten in's Meer, ohne zu wissen, wohin sie sich wendensollten. Der Wind trieb das Floß vier Monate herum, bis endlich ihre Lebensmittelzu Ende waren. So oft Dawlet Chatun schlief, saß Seif Almuluk hinter ihr,und wenn dieser schlief, saß sie hinter ihm, und ein Schwert lag zwischen ihnen (d. h.sie berührten sich nicht). Eine Nacht, als Seif Almuluk schlief und DawletChatun wachte, bemerkte sie, wie das Floß sich dem Lande näherte, und in einenHafen lief, in welchem viele Schiffe lagen; wie sie nach denselben hinsah, hörte sie,wie ein Mann (es war der oberste Schiffscapitän) vom User her mit einigen Matrosensprach, woraus sie schloß, daß sie nun an ein bewohntes Land und an eine Stadtgekommen seyen. Sie freute sich sehr, weckte Seif Almuluk aus dem Schlafe undsagte ihm: „Steh' auf, frage den Schiffscapitän, der am Meere steht, wie dieser
Ort heißt und was das für ein Hafen ist." Seif Almuluk stand freudig auf undsagte: „Freund! wie heißt diese Stadt und dieser Hafen?" Der Hauptmann
antwortete: „Junger, erfahrungsloser Mann! wenn du diese Stadt und diesen Hafen
nicht kennst, wie bist du hierher gekommen?" Seif Almuluk antwortete: „Ich binein Fremder, der mit andern Reisenden auf einem Schiffe war, das Schiffbruch littund unterging, ich allein habe mich auf einem Brette, das ich bestiegen, hierher gerettet;darum fragte ich dich; Fragen ist doch keine Schande!" Der Mann antwortete:„Diese Stadt heißt die Bewohnte, und dieser Hafen heißt der zwischen zweiMeere n."
Da bemerkte die Sultanin Schehersad den Anbruch des Tages und schwieg.In der nächsten Nacht aber sprach sie: