Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
210
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210 Dreihundert und dreizehnte Nncht.

Seif Almul uk entkam ganz allein auf die Insel; er bestieg den Berg, setzte sichdarauf und wartete, bis Jemand vorübergehcn würde; die Einsamkeit erinnerte ihn^ wieder an seine Hcimath und den Abschied von seinem Lande, und er weinte. Dann! ging er in's Gebüsch und Früchte; da kamen über zwanzig Affen, von denen jedergrößer als ein Maulesel war, zwischen den Bäumen hervor, umgaben Seif Almuluk^ von allen Seiten, und zogen ihn mit sich, bis sic an ein hohes, festes Schloß kamen,! das allerlei Kostbarkeiten enthielt; es war aus Gold und Silber gebaut und eineMenge von Edelsteinen darin zu sehen, deren Pracht nicht beschrieben werden kann.

In diesem Schlosse war, außer einem schlanken Jünglinge, Niemand. SeifAlmuluk hatte großes Gefallen an ihm; auch er gefiel diesem Jünglinge, der, sobalder ihn sah, fragte:Was willst du? wie heißt du? woher bist du? und wie bist duhierher gekommen? Erzähle mir deine Geschichte und verhehle mir nichts." SeifAlmuluk sagte ihm:Beim allmächtigen Gott! Mein Bleiben hier ist nur kurz,denn die Bestimmung führt mich weiter." Der Jüngling fragte noch einmal:Wasist deine Absicht? wie heißt du und woher bist du?" Seif Almuluk antwortete:Ich bin aus Egypten, heiße Seif Almuluk und mein Vater ist der König Assem,Sohn Sawans;" und er erzählte ihm Alles vom Anfang bis zu Ende, was zuwiederholen überflüssig wäre. Der Jüngling stand auf, bot Seif Almuluk seineDienste an und sprach:O Herrscher! ich habe doch in Egypten gehört, du seyest nachChina gereist?" Seif Almuluk antwortete:Man hat wahr gesagt, ich war nachChina gereist, von da hatten wir vier Monate lang glückliche Fahrt nach Indien, bisein Sturm kam und alle Schiffe zertrümmerte; ich blieb allein mit den Mameluckenin einem kleinen Schiffchen übrig; wir liefen dann noch viele Gefahren, bis ich zuletztnur allein noch übrig blieb und hier landete." Der Jüngling sagte:O Prinz! duhast nun in der Fremde genug gelitten, bleibe jetzt bei mir und unterhalte mich, undwenn ich sterbe, kannst du über diese Länder herrschen. Niemand weiß, wie lang undwie breit diese Insel ist; man braucht viele Tage, um sie zu durchwandern. DieAffen, welche du gesehen, sind sehr geschickt, und du findest hier, was du nurwünschen kannst."

Als die Sultauin Schehersad den Tag bemerkte, schloß sie ibre Erzählungund fuhr in der folgenden Nacht fort: