Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
191
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Dreihundert und fünfte Nacht,

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Said drang immer weiter in ihn und sprach:Mein König! kennst du deinen Vezier

und Freund nicht? wenn du mir nicht dein Herz eröffnest, wer wird dann noch Antheilan deinem Schicksale nehmen?" Saids Bitten und Flehen waren jedoch vergebens;Seif Almuluk hörte nicht auf zu schluchzen, sprach aber kein Wort; endlich ergriffSaid sein Schwert, eilte damit in einen andern Saal, legte die Klinge an seineBrust und machte Miene, sich damit zu durchbohren. Vorher sprach er jedoch noch zuSeif Almuluk:Freund! wenn du mir nicht erzählst, was dir widerfahren, so wirstdu mich bald als Leiche sehen, denn ich ertrage nicht länger den Schmerz, dich unglücklichzu wissen, ohne daß ich dir helfen kann." Seif Almuluk hob endlich den Kopf indie Höhe und sprach:Freund! ich schäme mich, dir die Ursache meiner Leiden zunennen!" Said aber antwortete:Ich beschwöre dich bei Gott, dem Herrn aller

Herren, dem Befreier aller Unterdrückten, dem Helfer aller Leidenden, dem Urquell allerGnade! sage mir in Wahrheit, was dir widerfahren, und schäme dich nicht; ich bin jadein Sklave, dein Vezier und dein Rathgeber!" Da sagte Seif Almuluk:Kommeund sieh dieses Bildniß!" Als Said es sah, betrachtete er es eine Weile und mußtegestehen, daß es ein wunderschönes Frauenbild war. Ueber dessen Kopf las er mitvieler Kunst von Perlen gestickt:

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