Dreihundertste Nacht
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^ Der Vezier küßte die Erde, ging mit seinem Gefolge und seinen Dienern nachHanse und rußte dort acht volle Tage von den Beschwerden der Reise aus; nachVerlauf dieser Zeit trat er wieder seinen Dienst an und erzählte dem König Alles,was zwischen ihm und dem Herrn Salomon, Friede sey mit ihm! sich zugetragen.Er sagte dann zu dem König: „Komm' jetzt allein mit mir und laß uns zusammen
gehen!" Sie nahmen dann Bogen und Pfeil und bestiegen den Baum, den
Salomon bezeichnet hatte; sie blieben da ruhig bis zu Mittag; da krochen zweiSchlangen unter dem Baume hervor. Als der König sie sah, gefielen sie ihm sehr under sagte: „O Vezier! diese Schlangen haben goldene Ketten, das ist bei Gott
wunderbar! Wir wollen sie fangen, in einen Käfig sperren und uns an ihnenergötzen." Aber der Vezier antwortete: „Gott hat sie zu einem andern Zweck
geschaffen; wirf du einen Pfeil nach der Einen, ich werde ein Gleiches mit derAndern thun." Sie stiegen jetzt vom Baume herunter und tödteten die Schlangen; sieschnitten eine Spanne groß vom Kopfe und eben so viel vom Schwänze, nahmen dasübrige Fleisch und gingen damit in den Palast des Königs; hier ließen sie den K?chkommen und sagten ihm: „Laß dieses Fleisch gut backen und bringe sogleich zwei
Schüsseln davon her, zögere nicht!" Der Koch nahm das Fleisch und röstete es inFett und allerlei Gewürzen und stellte es in zwei Schüsseln vor dem König auf. DerKönig nahm eine Schüssel davon und gab sie seiner Frau zu essen, und der Veziernahm die andere und gab sie der seinigen. Beide wohnten mit dem Willen und derMacht Gottes in jener Nacht ihren Frauen bei. Der König brachte nun drei Monatelang in größter Spannung und Unruhe zu und dachte bei sich: die Wahrheit wird sich
Tausend und eine Nacht. II
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