Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
120
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120 Zweihundert und sechsundstebenzigste Nacht.

das über meine Kräfte war. Ich ging an den Seiten des Bergs herum, ohne zuwissen, wohin? Da begegneten mir zwei Jünglinge; jeder von ihnen hatte einengoldenen Stock in der Hand; ich ging auf sie zu, grüßte sie und sie bewillkommten

mich. Dann sagte ich ihnen:Ich beschwöre euch bei Gott, wer sepd ihr?" Sie

antworteten:Wir sind Einsiedler, die auf diesem Berge wohnen und Gott anbeten;sie gaben mir auch einen Stock, wie sie einen hatten, gingen ihres Weges und ließenmich allein. Da kam auf einmal eine große Schlange unter dem Berge hervor undtrug im Nachen einen Mann, der nur noch mit dem Kopfe heraussah. Der Mannschrie:Wer von dieser Schlange mich befreit, den wird Gott vor jedem Unheilbewahren." Ich schlug die Schlange mit dem goldenen Stocke, den mir die Jünglingegegeben hatten, und sie spie den Mann aus; ich schlug sie dann noch einmal und sieentfloh. Da kam der Mann und sagte mir:Weil du mich so tapfer gerettet hast, sowill ich dein Gefährte werden und dir beistehen." Ich hieß ihn willkommen und ging

eine Weile mit ihm auf dem Berge umher. Da nahte sich uns eine Menge Menschen,

und siche da! der Mann, der mich auf dem Nacken getragen hatte, war unter ihnen.Ich grüßte ihn und sagte:Ist es so, daß Brüder gegen einander verfahren?" DerMann antwortete:Freund! du hättest uns beinahe in's Verderben gestürzt, dadurch,daß du den Namen Gottes erwähntest." Endlich gelang es mir wieder, ihn zu bewegen,mich auf seinen Nucken zu nehmen, jedoch mußte ich die Bedingung eingehen, den NamenGottes nicht mehr auszusprechen. Ich gab hierauf den goldenen Stock dem Mann,den ich von der Schlange befreit hatte, und nahm Abschied von ihm. Ich kam kurzdarauf auf dem Rücken meines neuen Landsmanns zu Hause an, wo ich Alles wohltraf und wo sich Jedermann meiner glücklichen Rückkunft freute. Meine Frau äußerteden Wunsch, in meine Heimath zu ziehen, dem ich auch gerne willfahrte. Bald darauftraf ich zu Schiffe in Baffora ein, wobei uns der Segen Gottes durch eine äußerstglückliche Fahrt sichtbar unterstützte. In Baffora hielt ich mich nicht lange auf, sondernging schnell nach Bagdad, der Friedenöstadt. Gelobt sey Gott! der mich von meinerletzten Reise bei meinen Freunden, worunter auch du, Sindbad der Lastträger,gehörst, eingehen ließ. Harun arraschid, der Großmächtige, hatte von meinerAnkunft und meinem Schicksal gehört und ließ mir bedeuten, daß er daran Antheilnehme. Das ist der Schluß der Erzählung Sindbads.

Als Schehersad dieselbe geendigt hatte, sprach ihre Schwester Dinarsad:Schwester! wie angenehm und entzückend ist deine Erzählung!" Da antwortete sie:Was ist dies Alles gegen die Erzählung von den Schlafenden und Wachenden, die ist