^02 Zweihundert und einundsiebcilzigfte Nacht.
Hafen ankain, um gleichfalls eine Ladung einzunehmen. Ich ließ alle Cocusnüsse, diemir gehörten, darauf bringen und nahm, als dies geschehen war, von dem HandelsmanneAbschied, der mir so viele Gefälligkeiten erzeigt hatte. Leider konnte sich dieser edleMann nicht mit mir einschiffen, da seine Geschäfte noch nicht beendigt waren.
Wir gingen unter Segel und nahmen unsere Richtung nach der Insel, wo derPfeffer in Menge wächst. Von da kamen wir nach der Insel Comar, die die schönstenAloebäume trägt und deren Bewohner es sich zum strengsten Gesetz gemacht haben, keinenWein zu trinken und keine unsittlichen Häuser zu dulden. Ich tauschte auf diesen beidenInsel» meine Cocusnüsse gegen Pfeffer und Aloeholz aus und begab mich mit andernHandelsleuten auf das Perlensammeln, indem ich mir eigene Taucher hielt, die mireine ziemliche Anzahl große und sehr schöne Perlen brachten. Freudig begab ich michdamit auf ein Schiff, das so eben glücklich von Bassora angekommen war; von da ginges nach Bagdad, woselbst ich den mitgebrachten Vorrath von Pfeffer, Aloeholz undPerlen verkaufte und mir vieles Geld erwarb. Den zehnten Thcil meines Gewinns gabich den Armen, gerade wie auf meiner Rückkehr von den übrigen Reisen, und suchte michin allen mögliche» Zerstreuungen von den ausgestandenen Mühseligkeiten zu erholen. !
Sindbad hieß hierauf dem Lastträger hundert Zcchinen geben, worauf sich derselbemit den andern Gästen zurückzog. Tags darauf fand sich dieselbe Gesellschaft bei demreichen Sindbad zusammen, der sie, wie den vorhergehenden Tag, speisen ließ, sichGehör erbat und die Abenteuer seiner sechsten Reise, wie folgt, erzählte:
Sechste Reise SLndbads.
Ihr werdet Mühe haben, zu begreifen, wie ich nach so vielen erlebten Schiffbrüchenund Gefahren mich abermals entschließen konnte, mein Glück zu versuchen und neuenGefahren entgegen zu gehen. Wenn ich daran denke, bin ich selbst erstaunt, undnothwendig muß ich unter einem eigenen Sterne geboren seyn. Wie dem auch scp, nachVerfluß von einem Jahre rüstete ich mich, trotz dem Flehen meiner Eltern und Freunde,die Alles aufboten, mich zurückzuhalten, zn einer sechsten Reise.
Statt meinen Weg durch den persischen Meerbusen zu nehmen, durchreiste ich!nochmals mehrere Provinzen Persiens und Indiens und kam in einem Seehafen an, wo ^ich mich auf einem guten Schiffe cinschiffte, dessen Eigcnthümer entschlossen war, eine ^weite Reise zu machen. Sie war in der That sehr lang, aber zugleich auch so unglücklich, ^