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Wir wurden, fünf meiner Begleiter und ich, an einen Ort geführt; man hießund niedersihen und trug uns ein gewisses Kraut auf, indem man uns zu verstehen gab,daß wir davon essen sollten. Meine Kameraden, an denen der Hunger gezehrt hatte,aßen davon, ohne zu bemerken, daß diejenigen, die die Speisen auftrugen, dieselbennicht berührten. Ich ahnte eine Schändlichkeit und wollte daher durchaus nicht einmaldavon kosten; dies war mein Glück, denn kurz darauf bemerkte ich, daß meine Kameradenden Verstand verloren hatten und daß sie, wenn sie mit mir sprachen, nicht wußten,was sie redeten. Man reichte uns darauf Neis, der mit Cocusnußöl zubercitct war;meine Kameraden, die schon von Sinnen waren, aßen auch hiervon. Ich aß gleichfallsdavon, aber sehr wenig. Die Schwarzen hatten uns jenes Kraut zuerst zum Essenauftragen lassen, um unfern Verstand zu verwirren und uns das traurige Bewußtsepnunsrer Lage zu nehmen; den Reis gaben sic uns, um uns fett zu machen. Da sieMenschenfresser waren, war es ihre Absicht, uns zu verzehren, wenn wir fett gewordenscyn würden. Dies geschah meinen Kameraden, die das ihnen bevorstehende Schicksalnicht ahnten, weil sie ihren Verstand verloren hatten. Da ich den meinigcn nochbesaß, so könnet ihr euch wohl denken, meine Freunde! daß ich statt fetk zu werden nurnoch magerer ward. Die Todesfurcht, die mich unaufhörlich ängstigte, machte alleNahrung, die ich zu mir nahm, zu Gift. Ich zehrte sichtbar ab, und dies war meinGlück; denn die Schwarzen bemerkten meinen krankhaften Zustand und ließen mich leben,nachdem sie meine Kameraden ermordet und verzehrt hatten. So wurde ich auf späteraufgcspart.
Man ließ mich übrigens frei und ungehindert thun, was ich wollte. Auf dieseWeise konnte ich mich eines Tags von den Wohnungen der Schwarzen entfernen undmich retten. Ein Greis bemerkte mich, ahnte, daß ich irgend einen Entschluß ausführenwolle, und rief mir zu, ich solle umkehrcn; statt ihm aber zu gehorchen, ging ich destoschneller und hatte ihn bald aus den Augen verloren. Der Greis war übrigens alleinin den Wobnungen zurückgeblieben; alle andere Schwarzen hatten sich entfernt und solltenerst gegen Abend zurückkommcn, wie sie cs gewöhnlich thaten. Ich konnte daher gewißscpn, daß sie nicht im Stande wären, mich einzuholen, wenn sie meine Flucht erführen,ging jedoch bis zum Einbruch der Nach, fort und hielt mich bloß wenige Augenblickeauf, um auszuruhen und von dem Wenigen zu essen, das ich mitgebracht hatte. Aufdiese Weise zog ich siebe» Tage lang fort und vermied die Stellen, die mir bewohntschienen. Meine Nahrung bestand aus Cocusnüssen, die mir zugleich Hunger undDurst stillten.