Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
70
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70 Zweihundert und zweiundsechzitzste dtacht.

auf uns zu und streckte, mir näher gekommen, seine Hand nach mir aus, ergriff micham Genicke und drehte mick mehrmal herum, wie ein Metzger, der ein Schas schlachtenwill. Er ließ mich jedoch bald wieder fallen, da ich ihm zu mager war und er nichtsals Haut und Knochen an mir bemerkte. Die Reihe kam an die Uebrigen, gleich miruntersucht zu werden, bis er an den SchiffSkapitän kam, der der Fetteste von uns Allenwar. Er hielt ihn mit ciner.Hand so in die Höhe, wie ich es wohl mit einem Sperling

gcthan haben wurde, und stieß ihn mit einem Bratspieß durch. Hierauf zündete er eingroßes Feuer an, an dem er ihn bratctc. Als dies geschehen war, legte er den Leichnamvor sich hin, bis er kalt war, darauf riß er mit den Nägeln von ihm herunter unddavon, bis er satt war. Nach diesem Abendessen ging er unter die Thüre zurück, legtesich daselbst schlafen und schnarchte gleich darauf mit einem Geräusch, wie der Donner,ohne vor dem nächsten Morgen aufzuwachen. Wir Uebrigen waren jedoch nicht glücklichgenug, schlafen zu können, und brachten die Nacht in der schrecklichsten Unruhe zu, derman nur preisgegeben seyn kann. Als der Tag anbrach, wachte auch der Riese auf,erhob sich und ging zum Schlosse hinaus.

Als wir ihn fern wußten, brachen wir das traurige Stillschweigen, das wir dieganze Nacht durch beobachtet hatten, und ließen das ganze «schloß von Seufzern undKlagen ertönen, wozu Jeder von uns nur zu viel Grund hatte. Obgleich wir zahlreichgenug waren und nur einen Feind hatten, fiel es uns doch nicht sogleich ein, uns desselbendurch den Tod zu entledigen. Dieser Entschluß lag uns sehr nahe, obgleich er sehrschwer auszuführen war.

Wir beriethen uns, was hierin zu thun scp, ohne jedoch einen festen Vorsatz fassenzu können, ergaben uns daher ganz in den Willen Gottes, dem wir unser Geschickanheimstellten, und brachten den Tag zu, indem wir uns auf der Insel ergingen und