Zilieilimidcrt und einundsechzigste Tlncht.
mich seyn, wenn du meine Geschichte kennen wirst. Tröste dich, fügte ich hinzu; ichbesitze mehr Diamanten für dich und mich, als alle Andere zusammen haben können.Während cs der Zufall ist, der sie ihnen bringt, habe ich die meinigen in des ThalesTiefen gesammelt und trage sie in dem ledernen Beutel, den du hier sichst." Mit diesenWorten zeigte ich sie ihm. Ich hatte nicht sobald geendigt, als die andern Handelsleute,die mich bemerkt hatten, sich um mich versammelten und ihr Erstaunen, mich zu sehen,ausdrückten, das ich noch durch Erzählung meiner Geschichte vermehrte. Sie bewundertenweniger die List, die ich gebraucht hatte, als die Sicherheit, mit der ich zu Werkegegangen war.
Sie brachten mich in die Wohnung, die sie zusammen hatten. Daselbst öffnete ichin ihrer Gegenwart den ledernen Beutel, dessen Inhalt sie höchlich erstaunte, und worübersie mir bemerkten, daß sie noch an keinem Hofe solche schöne Steine gesehen hatten.
Ich bat den Handelsmann, dem das Nest gehörte (einem Jeden war eines zugetheilt),
wohin mich der Vogel gebracht hatte, so viel daraus zu wählen, als er Lust habe. Erbegnügte sich mit einem einzigen, noch dazu dem kleinsten, und erwiderte auf meineEinladung, ohne Rücksicht für mich mehr zu nehmen: »Nein, ich bin hinlänglich
zufrieden mit einem, der werthvoll genug ist, um mir weitere Reisen zum Erwerb eineskleinen Vermögens zu ersparen."
Ich brachte die Nacht mit diesen Handelsleuten zu, deneu ich meine Erzählungwiederholte, falls Einer oder der Andere sie nicht gehört haben würde.
Ich konnte meine Freude nicht mäßigen, wenn ich an die Gefahren dachte, denenich entgangen war. Der Zustand, in dem ich nun war, schien mir ein Traum, und ichkonnte mich nicht an den Gedanken gewöhnen, daß nun für mich nichts mehr zu
fürchten sey.
Die Handelsleute hatten schon mehrere Tage lang Fleischstücke in das Thal geworfenund Jeder schien zufrieden mit den Steinen, die er auf diese Weise erhallen hatte. Wirreisten daher Tags darauf zusammen ab über hohe Berge, worauf es Schlangen vonaußerordentlicher Länge gab, denen wir glücklicherweise entgingen. So kamen wir anden ersten Seehafen, von wo wir nach der Insel Niha segelten, wo der Kampherbaumwächst, der so dick und laubig ist, daß hundert Menschen in seinem Schatten Platzhaben. Die Flüssigkeit, die den Kampher gibt, fließt aus einer Oeffnung, die manoben am Baume macht. Dieselbe wird in einer Vase aufgefangen, verdichtet und wirdalsdann Kampher genannt; nachdem die Flüssigkeit ausgelassen, dörrt der Baum undstirbt ab.
Tausend und eine Nacht, 11
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