r 54 Jiveihundert und achtundsiinfzigste Ancht.
Lebensmitteln übrig war, zurück. Wir gingen dann immer fort, bis wir zur Stadtdes Königs Murdjan kamen, der sich sehr freute, als er die Pferde ankommensah. Man erzählte ihm mein Abenteuer und stellte mich ihm vor; er hieß michwillkommen, erkundigte sich nach meinem Wohle und ich erzählte ihm Alles, was michbetraf. Der König war sebr erstaunt und sagte: „Bei Gott! du betrittst nun ei»neues Leben; gelobt scy Gott, der dich gerettet hat!" Er befahl dann seinen Dienern,Sorge für mich zu tragen und mich mit allem Nöthigcn wohl zu versehen. SeinBefebl wurde sogleich vollzogen, ich bekam Kleider und Nahrung, und seine Großmuthging so weit, daß er mich zum Aufseber über die Küsten des Meeres machte. Langegenoß ich seine Freigebigkeit, wofür ich ibm seine Geschäfte besorgte, bei denen ich auchmeinen eigenen Vortheil fand. So oft Kaufleute oder andere Reisende uns besuchten,erkundigte ich mich nach Bagdad, denn ich hoffte immer, Jemanden zu finden, der dahinreisen würde; aber Niemand war je dort gewesen, Niemand wußte was von Bagdad.Mir ward nun bald unhcimlick in der Fremde, nach einer so langen Entfernung vomVaterland und von meinen Leuten. Einst kam ich zum König und grüßte ihn, da fandich indische Kaufleute bei ihm; wir grüßten uns gegenseitig, sie fragten mich nachmeinem Lande und erzählten mir dafür von Indien, und wie seine Einwohner in verschiedeneSiämme eingetheilt wären. Unter diesen scyen die Sukaraba die vornehmsten, weil sie nieein Unrecht begehen, noch Jemand beneiden; dann das Völkchen der Barahin, das nieWein trinkt, aber doch immer munter und heiter in Scherz und Freude lebt. In ihremLande gibt es Pferde, Kameele und Rindvieh. Sie sagten mir auch, daß die Indiersich in zwciundvierzig Secten theilen. In dem Lande des Königs Murdjan sah icheine Insel, Kasel genannt, in der man Tag und Nacht Tamburin und andere Instrumentespielen hört; die Seeleute sagten mir, die Einwohner sepen recht wackre und verständigeLeute. Auch sah ich in jenem Meere zwei Fische, einen zweihundert Ellen lang, und einenandern hundert Ellen lang, deren Kopf dem einer Nachteule glich. Ueberhaupt begegnetemir auf dieser Reise so viel Wunderbares, daß ich gar nicht Alles beschreiben kann.Nachdem ich wieder in die Hauptstadt zurückgekehrt war, ging ich einst nach meinerGewohnheit an's Meeresufer; da landete ein Schiff, sehr reich beladen. Ich bliebstehen, bis die ganze Ladung ausgeschifft war, um sie aufzunehmcn, und ließ sie dannin die VvrrathsHäuser bringen. Da kam der Capitän des Schiffes zu mir und sagte:„Herr! wir haben noch Maaren auf dem Schiff, deren Eigenthümer wir aufeiner Insel verloren haben!" Ich fragte ihn nach seinem Namen und er sagte: „SeinName steht auf seiner Ladung, er heißt Sindbad, der Seemann, und war von