Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
32
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Z2 Zweihundert und mcrttiidfünfzigste Nacht.

Hand nahm er einen Stock, IN die andere einen Rosenkranz und ging, wie die Astrologenpflegen, die Perlen des Rosenkranzes abzählend, langsam einher. Ans der Straße schrieer von Zeit zu Zeit mit lauter Stimme:Glück unser», Quartier und dem eurigen!"So kam er an das Tbor des Palastes, wo er zu dem Pförtner sagte:Ich möchte,daß du dem König sagest: Ein weiser Sterndeuter ist ans Persien gekommen, hat dieGeschichte deiner Sklavin gehört und will sie heilen." Der Pförtner ließ sogleich demVezier sagen, es scp ein Sterndeuter aus Persien gekommen, der sehr gelehrt ausseheund das Mädchen zu heilen verspreche. Der Vezier eilte schnell an's Thor und führteden Prinzen zum König, der ihm mit viel Achtung begegnete und große Belohnungversprach, wenn er dies Mädchen wirklich heilen könne. Der Prinz benahm sich ganzwie ein echter Sterndeuter, sprach vieles Vernünftige und Verständliche, undmurmelte eine Menge Worte und Pbrasen unter einander her, die keiner derAnwesenden verstehen konnte. Der König und der ganze Hof waren erstaunt über dieWunder und die große Gelehrsamkeit des Prinzen, und der König sagte nach einerWeile zu ibm:O Weiser, wenn cs dir gefällig ist und die Zeit günstig dazu, so

verfüge dich zu dem wahnsinnigen Mädchen, um deine Kur zu beginnen."Es sepso!" antwortete der Prinz, nachdem er etwas in dem alten Buche aufgcschlagen undgelesen hatte;führe mich zu ihr, daß ich die Ursache ihrer Krankheit erforsche undsehen kann, zu welcher Klasse von Geistern der gehört, der in ihr hauöt." Der Königbefahl sogleich dem Hauptmann der Verschnittenen, den verkleideten Prinzen in dieGemächer der Prinzessin zu führen. Als der Prinz vor die Thüre ihres Zimmers kam,hörte er, wie sie unter vielen Tbränen Verse recitirte, worin sie ihr unglückliches Loosbeklagte, welches sie von dem Gegenstand ihrer Liebe getrennt. Sein Herz entbrannte undseine Augen wurden feucht; er winkte dem Hauptmann der Verschnittenen, zurückzukehre»,und trat schnell in das Zimmer. Zitternd beugte er sich über die Prinzessin, die mitgeschloffenen Augen und glühenden Wangen dalag, und er sah mit Rührung undSchmerz, wie der Kummer um ihn ihre Züge entstellt hatte. Er küßte sie dann aufdie Stirne und sagte:Gott möge dich ans diesem Zustande retten, Scheins ulnahar!mit der Hülfe des Allmächtigen ist die Erlösung da! Ich bin Kamr al Akmar!" Sieschlug die Augen auf und, ohne zu wissen, ob sie träume oder wache, schlang sie ihreArme um seinen Nacken und küßte ihn unter Lachen und Weinen. Nachdem sie sichBeide von der Uebcrraschung wieder erholt halten, fragte sie den Prinzen, wie er dennihren Aufenthaltsort erfahren habe und zu ihr habe kommen können. Er aber antworteteihr:Beruhige dich nur und zähme deine Neugierde; cs ist jetzt keine Zeit zu langen