Zweihundert und dreiundsünfzigfte Nacht. 23
nur mit blutendem Herzen sich von ihr hätte losreißen können, so gab er ihren Bittennach und sagte: sie solle sich zur Reise vorbereiten. Schems ulnahar eilte sogleichnach ihrem Kleiderschrank und zog die kostbarsten mit Gold und Juwelen besetztenGewänder an. Dann gingen sie leise an den wieder eingeschlafenen Mädchen vorüberzur Thüre hinaus, und kamen so, ohne den Sklaven aufzuwecken, auf die Terrasse, woder Prinz sein Pferd stehen hatte. Der Prinz hob die Prinzessin in den Sattel, schwangsich hinter ihr auf und drehte den Wirbel um, worauf das Pferd wie ein Pfeil durchdie Lüfte flog. Die Prinzessin war wohl anfangs etwas erschrocken, da sie aber bald
sah, daß das Pferd ruhig und ohne alle Erschütterung dahinflog, so machte ihr dieseArt zu reisen nicht nur nicht mehr bang, sondern sie fand auch ein großes Vergnügendaran, besonders weil ihr geliebter Prinz bei ihr war und sie nun nicht mehr befürchtenmußten, von Spähern belauscht und überfallen zu werden. Es ging auch nach demWillen Gottes Alles gut von statten, und in sehr kurzer Frist kamen die Liebendenüber der Hauptstadt des Königs von Persien an. Der Prinz flog zuerst um dieselbeherum, um der Prinzessin zu zeigen, welch ein mächtiger und reicher König sein Vatersey, dann ließ er das Pferd in einem herrlichen königlichen Garten außerhalb der Stadtlangsam nieder, hob die Prinzessin herab und führte sie in ein äußerst geschmackvoll und reichverziertes "Lusthaus. Nachdem sie hier eine Weile mit einander gesprochen und ausgeruhthatten, stand er auf und sagte: „Bleibe du einstweilen hier, ich will zu meinen Eltern
gehen und sie von deiner Ankunft benachrichtigen, damit sie alles zu deinem EmpfangeNöthige bereiten können, denn du sollst als Tochter eines Königs und Braut eines Prinzen