Zweihundert und neunundvierzigste Nacht. 985
ihn nun in allen Ländern. Könnt ihr ihm irgend eine Nachricht von ihm geben, sowerdet ihr ihm den größten Gefallen von der Welt erweisen."
Die Prinzen erwiderten hierauf nichts, als sie würden ihm in kurzer Zeit Antwortüberbringen, und sprengten mit verhängten Zügeln zu Kamr essaman zurück, um ihmzu melden, daß die zuletzt gekommene Armee die des Königs Schah Seman sep, unddaß der König, sein Vater, sich selbst dabei befinde. Als Kamr essaman hörte,daß er seinem Vater so nahe sep, machte die Ueberraschung, die Freude und derSchmerz, seinen Vater ohne Abschied verlassen zu haben, einen so starken Eindruckauf sein Herz, daß er einen lauten Schrei ausstieß und in Ohnmacht sank. Als erwieder zu sich kam, weinte er sehr heftig, bestieg sogleich ein Pferd und eilte zudem König Schah Sem an, seinem Vater, um sich ihm zu Füßen zu werfen.In langer.Zeit hatte man kein so zärtliches Wiedersehen zwischen einem Vater undeinem Sohne gesehen. Schah Sem an machte dem König Kamr essamanzärtliche Vorwürfe über seine Härte, daß er ,'ihn auf eine so grausame Weise
verlassen habe, und Kamr essaman bezeigte ihm seine aufrichtige Reue über denFehler, zu dem ihn die Liebe verleitet hatte. Sie klagten sich gegenseitig, was
sie seit ihrer Trennung gelitten, und Schah Seman sagte: „Gelobt sep Gott,der ein so gutes Ende herbeiführt. Alles, was geschehen, war vom erhabenen Gottbeschlossen."
Die drei Könige und die Königin Murdjane blieben drei Tage am Hofe desKönigs der Magier, der große Mahlzeiten und Festlichkeiten veranstaltete. In diesen
drei Tagen wurde auch die Hochzeit Asads mit der Königin Murdjane und dieAmdjads mit Bohlane gefeiert. Jener ward Sultan der Ebenholzinsel und dieserSultan des Landes der Magier. Die Magier bekehrten sie zum Jslamismus; werihn annahm, ward geschont, wer sich weigerte, verlor das Leben. Dann bereitete sichKamr essaman zur Abreise mit seinem Vater Schah Seman vor und nahm
Abschied von seinen Kindern; der furchtbare König aber verließ sie mit seiner TochterBedur. Ein jeder der Könige zog an der Spitze seiner Armee, was bei so ^verschiedenartigen Nationen und Waffen einen höchst eigenthümlichen Anblick gewährte,unter dem Schalle kriegerischer Musik fort, bis sie in ihre Heimath kamen. A sa d undAmdjad lebten noch lange mit ibren Frauen, und fanden stets einen neuen Genuß,sich daran zu erinnern, was sie Alles erlebt und gelitten hatten. Kamr essam.an,dessen Vater und der furchtbare König wurden bei ungetrübter Heiterkeit alt, undbesuchten einander von Zeit zu Zeit, bis sie der Zerstörer aller Freuden und der Trenner