Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
896
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sie:Ist es nicht eine Schande, hier so zu sitzen?" Sie stand dann auf, nahm einenStein, schlug das Schloß auf und die Thiire öffnete sich. Amdjad kam ganz vonSinnen, er sagte:Was fällt dir ein, das Schloß herunter zu reißen?" Sie antwortete:Nun, mein Herr, ist dies nicht dein Haus? was thut das?"Es thut weiter nichts,"erwiderte er,als daß eben das Schloß verdorben ist." Er seufzte dann und jammerte;aber das Mädchen ging voran in's Haus. Amdjad blieb an der Thiire, mit einemFuß drinnen und dem andern außen, in großer Verwirrung stehen. Das Mädchensah sich nach ihm um und sagte:Warum gehst du nicht in deine Wohnung?" Erneigte den Kopf zur Erde und sagte:Wohl, aber der Sklave bleibt gar zu lange aus;ich habe ihm gesagt, er solle kochen, das Zimmer aufräumen und den Marmor abputzen,und ich weiß nicht, ob er etwas von dem, was ich ihm befohlen, gethan hat oder nicht."So komme doch nur," sagte das Mädchen,wir können ja drinnen besser warten biser zurückkommt, als hier außen."

So ging Amdjad endlich widerstrebend hinein. Er fand einen schönen geräumigenSaal mit vier einander gegenüber liegenden Erhöhungen, mit Speisegemächern undandern kleinen Kabineten. Der Boden war mit seidenen Teppichen und Kissen bedeckt,und mitten im Saal war ein kostbarer Springbrunnen, daneben standen Tische mitSchüsseln voll Speisen, Früchten und Wohlgerüchen, Flaschen voll Wein und ein Leuchtermit festlichen Wachskerzen und Gefäße mit klarem und wohlriechendem Wasser gefüllt.In dem Saale sah man überall kostbare Maaren und verschlossene Kasten. Auf denErhöhungen standen zwei Reihen Stühle, und auf jedem derselben lag ein BündelMaaren und ein Beutel mit Gold. Als Amdjad das Alles sah, crschrack er, legteden Finger an den Mund und dachte: Amdjad, es istaus mit dir! du kömmst von Got«und kehrst wieder zu ihm zurück. Das Mädchen hingegen freute sich, als sic dies sahund sagte:Mein Herr, dein Sklave hat nichts vernachläßiget; er hat den Marmorgereinigt, das Fleisch gekocht und Alles hergerichtet. Was stehst du so nachdcnkend da?Hast du allenfalls eine Andre hieher bestellt, so lvill ich mich umgürten und dich undsie bedienen." Amdjad mußte ungeachtet seines Kummers über diese Worte lachenund dachte: welchen schlimmen Tod werde ich erdulden müssen. Das Mädchen setztesich neben ihn, scherzte und lachte. Amdjad war ernst und traurig und machte sichtausend Gedanken; er dachte: Alles wird damit enden, daß der Hausherr kömmt,und was wird der dazu sagen? gewiß geht's um meine Seele» Das Mädchen schürztesich auf, nahm die Schüssel mit Speisen, deckte den Tisch und. Dann sprach sie zuAmdjad?Laß uns essen und fröhlich sepn, denn dein Sklave bleibt gar zu lange."