Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
890
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800 Zweihundert und dreiuudvierzigstr Nacht.

hcreinbrach sagten sie:Wir gehen zu Grunde." Asad blieb stehen und sagte:MeinBruder! ich bin so müde, daß ich's nimmer aushalte, ich gebe den Geist auf." Amdjaderwiderte:Mache dir Muth, mein Bruder! vielleicht wird Gott uns helfen." Asad aberwar so müde, daß er sich setzen mußte, und so brachten sie die Nacht zu; bald gingensie ein wenig, bald ruhten sie wieder. Des Morgens endlich erreichten sie den Gipfeldes Berges und fanden dort eine sprudelnde Wasserquelle und einen Granatapfclbaum. Siekonnten kaum den Augenblick erwarten, wo sie über die Quelle Herstürzen und sich satttrinken konnten. Dann ruhten sie bis die Sonne aufging, wuschen hierauf ihre Händeund Füße und aßen Granatäpfel. Sie waren noch so müde, daß sie den ganzen Taghier sitzen blieben und auch die Nacht durch hier schliefen.

Am folgenden Morgen wollten sic wieder weiter; aber Asad klagte und wolltenoch bleiben; sie ruhten daher noch einen Tag und am dritten Tage setzten sie ihren Weg

auf dem Berge fort. Nach fünftägiger Reise leuchtete ihnen aus der Ferne eine Stadt

entgegen, was ihnen große Freude machte. Amdjad sagte zu Asad:Laß mich nunin die Stadt gehen, um zu sehen, was es für eine Stadt ist und von wem sie beherrschtwird; ich will auch Speisen daraus mitbringen und mich erkundigen, in welchem Landewir sind." Asad entgegnete:Bei Gott! mein Bruder, ich will in die Stadt gehen, undgerne gebe ich mein Leben für deine Rettung hin. Wenn du in die Stadt gingest undnicht mehr wiederkehrtest, würde ich mir tausend Vorwürfe machen." Er beschwur dannseinen Bruder Amdjad und sagte:Halte mich nicht länger auf, ich will in dieStadt gehen." Amdjad mußte seinen Vorstellungen endlich nachgeben, und Asad nahmGeld und stieg den Berg hinunter, Amdjad aber wartete hier seiner.

Als Asad in die Straßen der Stadt kam, begegnete ihm ein alter Mann, dessengrauer Bart in zwei Theilen über seine Brust fiel; er trug einen Stock in der Hand,

war sehr vornehm gekleidet und hatte einen rothen Turban auf dem Kopfe. Asad

sah ihn mit Verwunderung an, grüßte ihn und sagte:Herr! führt dieser Weg aufden Markt?" Der Alte sah ihn lächelnd an und sagte:Du scheinst hier fremd zuseyn, mein Sohn!" Asad antwortete:Ja, Herr, ich bin ein Fremdling."

Der Alte hieß ihn vielmals willkommen und sagte:Du hast mit deiner

Gegenwart unser Land beglückt; sage mir, was willst du auf dem Markte?" Asadantwortete:Ich und mein Bruder wir kommen von einem fernen Lande, und sind

schon drei Monate auf der Reise. Während dieser Zeit sind wir ohne Unterbrechungfortgereist, und heute erst haben wir uns dieser Stadt genähert; ich habe meinen älter»Bruder auf dem Berge gelassen, weil er sehr müde ist von der weiten Reise, und bin