Lweihnndcrt und ciiiinidl'icrzrgste Nacht. 88t
Liebe an. Bedur war ganz für Asad, und Haiat al NufuS für Amdjadeingenommen, und sie scherzten und liebkosten mit einander; denn der Teufel hatte ihnenihr Betragen als schön vorgemalt, so daß jede von ihnen den Sohn der andern anihren Busen drückte und ihn küßte. Dadurch nahm ihre abscheuliche Leidenschaft immermehr zu, nnd die liebenden Frauen konnten weder essen, noch trinken, noch schlafen.
Eines Tages ging Kamr essaman auf die Jagd, und Amdjad saß auf demThrone als Richter. Da schrieb ihm Haiat al Nufus, die Mutter Asads, einenBrief, in dem sie ihm offen ihre Liebe erklärte. Sie schickte den Brief durch einenDiener nach der Wohnung der Königin Bedur; aber der Diener fand ihn nicht dort,denn er hielt Sitzung bis nach zwei oder drei Uhr Mittags; dann erst gab er das Zeichenzum Aufbruch und schickte sich an, wegzugehen. Er war gerade auf den Treppen desSchlosses, da nahm ihn der Verschnittene auf die Seite und übergab ihm den Brief.Amdjad öffnete ihn und las mit Entsetzen, daß die Frau seines Vaters ihm untreuwerden wolle. Mit einem zornigen Ausrufe: „Gott verdamme die Weiber!" zog er dasSchwert, ging auf den Diener los und sagte ihm: „Wehe dir, nichtswürdiger Diener!an dir ist nichts Gutes, du machst den Briefträger der Frau deines Herrn!" Er schlugihm dann den Kopf herunter, ging zu seiner Mutter, erzählte ihr, was vorgefalleu, undsagte dann: „Ihr seyd alle Eine schlimmer als die Andere. Bei dem erhabenenGott! fürchtete ich nicht Allah, ich würde ihr den Hals abschneiden." Seine Mutteraber machte ihm Vorwürfe statt ihn anzuhören. „Mein Sohn," sagte sie, „Alles,was du mir da sagst, ist Lug und Trug: die Königin Haiat al Nufus ist vernünftig,
und ich finde es sehr verwegen von dir, mir gegenüber so unverschämt zu reden." Der
Prinz ging dann zornig von ihr weg, seine Mutter aber ward ihm böse und dachteauf eine List gegen ihn.
Am folgenden Tage saß Asad auf dem Throne; da schrieb ihm Bedur auch einenBrief, in dem sie ihn bat, zu ihr zu kommen, und sandte den Brief durch eine Alte.Diese wartete, bis die Sitzung zu Ende war, dann gab sie ihm den Brief. Als er ihnlas, ward er sehr aufgebracht, zog sein Schwert und hieb die Alte mitten aus einander.Daraus ging er zu seiner Mutter, gab ihr den Brief hin und machte ihr Vorwürfe;aber sie ließ ihn nicht zu Worte kommen, schimpfte ihn und ward ihm feind, und sann
darauf, ihn zu verderben. Asad erzählte dann die Geschichte seinem Bruder, und
dieser sagte ihm auch, was ihm widerfahren. Die beiden Frauen aber kamen zusammen,hielten Rath, und beschlossen, statt durch die Tugend ihrer Söhne zur Erkenntnißihrer frevelhaften Leidenschaft zu kommen, ihre Kinder zu verderben. Sie legten sich
Tausend und eine Narbt. I
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