Fr» eil) undcrt »nd neun und dreißigste Nacht.
Krüge, die er oben mit Oliven füllte, um sie seiner Zeit mit sich zu nehmen; allein esfiel ihm schwer auf's Herz, daß er nun wieder ein ganzes Jahr lang harren sollte,weil, wie ihm der Gärtner gesagt hatte, nur einmal jährlich ein Schiff nach derEbenholzinsel abging. Was ihn in seiner Betrübniß am meisten schmerzte, war, daßer den Talisman der Prinzessin Bedur wieder aus den Händen gegeben hatte, den ernun für verloren hielt.
Mittlerweile setzte das Schiff seine Fahrt mit sehr günstigem Winde fort und langteglücklich in der Hauptstadt der Ebenholzinsel an.
Das Schicksal wollte, daß die Königin Bedur, deren Palast am Ufer des Meereswar, gerade aus dem Söller stand und zusah, wie das Schiff vor Anker ging. Da siewußte, daß es dasselbe war, welches alljährlich von der Stadt der Götzendiener komme,so gcrieih sie in große Unruhe und Verwirrung. Mitten in dem sie umgebendenGlanze doch immer mit dem Andenken Kamr essamans beschäftigt, dachte sie, ihrGeliebter könnte sich auf diesem Schiffe befinden, und es fiel ihr ein, ihm zuvorzukommenund entgegenzugehen.
Unter dem Vorwände, die von dem Schiffe mitgebrachten Maaren selbst zubesichtigen, befahl sie, ihr ein Pferd vorzuführen. In Begleitung mehrerer Hofdienerund Beamten begab sie sich nach dem Hasen und kam gerade dort an, als die Maarenausgeschifft und von den Kaufleutcn in ihre Magazine gebracht wurden. Sie ließ denSchiffshauptmann vor sich kommen und fragte ihn, was er mitgebracht habe. Diesernannte ihr unter anderen kostbaren Dingen reiche Stoffe, gemalte und ungemalteLeinwand, köstliche Speisen und Getränke, Specereien und Wohlgerüche, Moschus,Ambra, Kampher, Oliven u. s. w.
Als die Prinzessin Bedur von Oliven hörte, welche sie leidenschaftlich liebte, sosagte sie, um die wahre Absicht, welche sie hergeführt hatte, durch längern Aufenthaltnicht zu verrathen: „Bei Gott! nach Oliven sehne ich mich schon lange; wieviel hastdu an Bord?" — „Herr," antwortete der Schiffshauptmann, „es sind fünfzig sehrgroße Krüge; aber der Eigenthümer ist nicht mitgekommen: ich hatte ihn von derAbfahrt des Schiffs benachrichtigt und wartete lange auf ihn; da der Wind günstigwar, so mußte ich zuletzt ohne ihn unter Segel gehen." — „Laß sie gleichwohlausschiffen," sagte die Prinzessin, „das soll uns nicht hindern, den Handel darüberabzuschließen."
Der Hauptmann schickte sein Boot nach dem Schiff und ließ die Oliven holen. DiePrinzessin erklärte ihren Wunsch, alle fünfzig Krüge zu kaufen, und fragte nach dem Preise.