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1 (1838)
Entstehung
Seite
849
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Iweihundert und fünfunddreihigste Macht. 8^9

haben, waren nur Unwissende. Dieser aber verdient alle Bewunderung und Achtung : denner hat weder Zauberbücher, noch Beschwörungen, noch Näucherwcrk, noch andere dergleichenDinge zu Hülfe genommen; ja, er hat die Prinzessin geheilt, ohne sie nur zu sehen."

Der König war durch diese Nachricht sehr angenehm überrascht; er stand sogleichauf und begab sich zu seiner Tochter, die er mit heiterem Antlitz auf dem Divan sitzendfand. Als sie ihren Vater erblickte, stand sie ehrerbietig auf, ging ihm entgegen undküßte ihm die Hand. Der König umarmte sie und küßte sie zwischen die Augen;desgleichen umarmte er den Prinzen, nahm dessen Hand, legte sie in die Hand seinerTochter und sagte zu ihm:Glücklicher Fremdling, wer du auch seyst, ich halte mein

Versprechen und gebe dir meine Tochter zur Gemahlin. Aber sage mir nun, wer dubist, und woher du kommst."

Kamr essaman dankte dem König in den verbindlichsten Ausdrücken und fuhrdann fort:Allerdings bin ich nicht, was ich scheine, sondern ich habe diese Verkleidungnur angenommen, um desto leichter und gewisser meinen Zweck zu erreichen. Ich binein geborner Prinz, Sohn eines Königs und einer Königin: mein Name ist Kamressaman, mein Vater heißt Schah Sem an und beherrscht die zwar weit von hierentfernten, aber doch genugsam bekannten Canarieninseln." Hierauf erzählte er ihmseine Geschichte, wobei er besonders die wunderbare Zusammenkunft mit der Prinzessinin jener Nacht heranshob, welche auch er noch für einen Traum halten würde, wennnicht der Wechsel der beiden Ringe die Wahrheit bestätigte.

Als der Prinz Kamr essaman geendigt hatte, rief der König aus:Bei Gott!diese Geschichte ist so außerordentlich, daß sie verdient, urkundlich ausgezeichnet und derNachwelt überliefert zu werden."

Die Vermählung ' wurde noch an demselben Tage gefeiert und durch das ganzeReich bekannt gemacht. Die beiden Liebenden sahen sich am Ziel ihrer Wünsche underfreuten sich der Seligkeit ihrer Vereinigung, und mehrere Monate hindurch hörte derKönig von China nicht auf, durch alle mögliche Festlichkeiten seine Freude über dasglückliche Ereigniß zu bezeigen.

Mitten unter diesen Vergnügungen hatte der Prinz Kamr essaman eines Nachtseinen Traum, in welchem er seinen Vater zu sehen glaubte, wie er ihm Vorwürfemachte und zu ihm sagte:Mein Sohn, ist es auch recht, daß du so gegen einenVater handelst, der dir das Leben gegeben und dich so zärtlich geliebt hat? Wie schnellhast du mich vergessen! Bei Gott! du mußt wiederkehren, daß ich meine Sehnsuchtnach dir stille, ehe ich sterbe."

Tausend und eine Nacht, i ll)?