Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
795
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Zweihundert und srchsundzwanzigste Nacht.

die wirksamste Fürsprache seyn. Allein ich begreife nicht, welchen Anlaß er gegeben ^haben kann, daß er hicher gebracht worden ist. Wenn ich mich nicht täusche, so ist ervon hohem Range oder wohl gar der königliche Prinz, von dessen Geschichte ich schongehört habe."

Maimuna konnte nicht müde werden, Kamr essaman zu bewundern; dochendlich, nachdem sie ihn ans beide Wangen, auf den Mund und zwischen die Augengeküßt hatte, ohne ihn aufzuwecken, legte sie die Decke wieder, wie sie zuvor gewesenwar, und schwang sich in die Lüfte empor. Als sie sich wohl bis zur mittleren Regionerhoben hatte, vernahm sie einen Flügclschlag, was sie bestimmte, ihren Flug inderselben Richtung zu nehmen. Bald gelang es ihr, dem Geräusche nahe zu kommen,und sie erkannte, daß es auch von einem Geist hcrrührte, aber von einem jener bösenGeister, die von Gott abgefallen waren.

Dieser Geist, der Dahnesch hieß und ein Sohn des Schamhurasch war,erkannte auch Maimunen, aber mit großem Schrecken. Denn er wußte wohl, daßsic vermöge ihrer Unterwerfung unter Gott eine große Gewalt über ihn hatte. Gernhätte er daher ihre Begegnung vermieden; aber er befand sich so nahe bei ihr, daß ersich schlagen oder demüthigcn mußte. Ungeachtet er vor Furcht und Angst zitterte, hielter es doch für besser, Maimunen zuvorzukommen, und sagte mit bittendem Tone zu^ ihr:Schwöre mir bei dem hohen, verehrten, unaussprechlichen Namen, daß du dich^ zu mir gesellen und mir nichts zu Leid thun wollest; ich war ja nie dein Feind undverspreche dir auch jetzt von meiner Seite dasselbe."Verfluchter Geist!" erwiderteMaimuna,welches Leid kannst du mir thun? Ich fürchte dich nicht. Weil du michaber bei dem Namen des Unaussprechlichen beschworen, so leiste ich dir den Eid, welchendu verlangst. Sage mir nun, woher du kommst und was du diese Nacht gesehen undgethan hast?"

MW

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