Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
718
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i 718 Zweihundert und fünfzehnte Nacht.

Er stützte sich auf zwei Stäbe, die man ihm reichte, und in diesem Zustande ging er

gerade nach dem königlichen Palast, im Angesicht aller Leute und mit um so größerer

Beschämung, als Niemand Bedauern mit ihm hatte. !

Als er vor dem Palast und unter dem Zimmer des Königs angckommeu war, finger erbärmlich an zu schreien und zu rufen:Gerechtigkeit, mein Herr und König!

Gerechtigkeit! mir ist Gewalt geschehen!"

Der König gab Befehl, den Mann heraufzufiihrcn, der da unten schreie, und alsman denselben vor ihn brachte, erkannte er seinen Großvezier und fragte, höchsterstaunt, ihn in diesem Zustande zu sehen:Mui n, was ist geschehen? wer hat dich sozugerichtet?"

Da stürzten dem Vezier vor Zorn und Schmerz die Thränen aus den Augen,

während er seine Klage mit folgenden Versen anhob: ^

Soll mir Unrecht geschehen in der Zeit, wo du lebst? Sollen mich Wölfe

fressen, da doch d» ein Löwe bist? -

i

Soll ich, während an den Quellen deiner Wohlthatcn jeder Durstige !

Erholung schöpfet, allein unter deinem Schutze verschmachten, da du doch einemerquickenden Regen gleichest?"

Mein Schutz soll dir nicht entstehen," unterbrach ihn der König;sage mir nur,wie es kommt, daß ich dich in diesem Zustande sehen muß?" !