Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

«!

VM>> WATNi LZ

Lweihntt-ert und zwölfte Nacht

Schehersad fuhr in ihrer Erzählung fort: Als dinreddi» hinaustrat, war ernicht wenig befremdet, zu einer so ungewöhnlichen Stunde seinen Verwalter zu erblicken.Er las in dem bedenklichen Gesichte dieses Dieners, daß er ihm etwas Außerordentlichesmitzutheilcn habe, und um zu hören, was wäre, ging er auf ihn zu und ließ dieThnre hinter sich halb offen stehen.

Jener Freund, der auch aufgestanden war und den Verwalter bemerkt hatte, warneugierig zu wissen, was derselbe seinem Herr» zu sagen hätte, stellte sich, ohne vonNnreddin in Acht genommen zu werden, zwischen den Vorhang und die Thnre undhörte folgendes Gespräch zwischen dem Verwalter und seinem Herrn mit an.

Mein Herr und Gebieter," sprach der Verwalter zu Nnreddin,verzeihe deinemSklaven, wenn .er zu dieser übel gewählten Zeit vor dich tritt und dich mitten indeinen Vergnügungen unterbricht. Allein, was ich dir mitzntheilen habe, ist, wie michdünkt, für dich von so großer Wichtigkeit, daß ich es nicht aufschiebcn durfte, mir dieseFreiheit zu nehmen, ttebcrdicß wirst du dich erinnern, daß ich dir jederzeit ungelegenkam, wenn ich mit dir über diesen Gegenstand sprechen wollte, und daß du mirausdrücklich verboten hast, früher vor dir zu erscheinen, als bis der Augenblick da wäre,wo du cs nothwendig erfahren müßtest. Jetzt komme ich, meine letzte Rechnung abznlegcn,und was ich seit langer Zeit vorauösah, und wovor ich dich mehrmals warnte, isteingctroffen."