Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
623
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Kunderi und fünfundncunrigstc Nacht.

ich halte sie für Räuber, die bei dir plünderten und mordeten, weil sie gesterngesehen, daß du viele kostbare Geräthschasten in dein Haus gebracht hast." Sie bliebenin dem Hause des Nachbars so lange sie noch Lärm hörten, was bis Mitternacht dauerte. !Als Alles wieder stille und ruhig schien, bat der Juwelier seinen Nachbar, ihm einenSäbel zu leihen, mit welchem bewaffnet er sich der Thüre seines Hauses näherte, und ^

als er Niemand hörte, in den Hof trat, wo er zu seinem Schrecken einen Mann ^

erblickte, der ihn anrief und fragte, wer er sey. An seiner Stimme erkannte er aber!sogleich seinen Sklaven. Er fragte ihn nun, wie er es gemacht habe, daß er von der ^Wache nicht ergriffen worden sey. ^

Herr," antwortete ihm der Sklave,ich habe mich in einen Winkel des Hofes!versteckt, aus dem ich erst wieder hervorgekrochen bin, als ich keinen Lärm mehr hörte. ^

! Allein Ihr seyd sehr im Jrrthum, wenn Ihr die Bewaffneten, die in Euer Haus ^

! eingebrochcn sind, für die Wache haltet; es sind Räuber, die während der letzten Tage !

schon ein Haus in der Nähe geplündert haben. Ihren schlauen und lauernden Blicken!ist wahrscheinlich der Reichthum der hieher gebrachten Gefäße nicht entgangen, und hatsie dann zu dieser That verleitet." Der Juwelier stimmte der Vermuthung seinesSklaven bei, und fand sie auch bestätigt, als sie in das Haus traten: denn es warrein ausgeplündert und leer, die Fenster waren aufgerissen, die Thüren eingebrochen;sie hatten hier einen gräßlichen Anblick, der das Herz zerschnitt. All das prächtigeGcräthe der Zimmer, worin er Scheins Unnahar und ihren Geliebten bewirthcthatte, war ausgeräumt, das Gold- und Silbergeschirr wcggetragen und nicht dasGeringste übrig gelassen. Der Juwelier fing an über sein Unglück nachzudenken; erwußte nicht, was er anfangen, wie er sich bei den Leuten entschuldigen sollte, von denener die silbernen und goldenen Gefäße entlehnt hatte. Er dachte auch an Scheins Unnaharund an Ali, und fürchtete, der Chalif möchte etwas durch einen Diener über sieerfahren haben; sein Milth und seine Kraft verließen ihn. Trostlos rief er aus:O Himmel! ich bin ohne Rettung verloren! Was soll ich thun? wer rächet mir?"

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! Sein Sklave, der ihm sehr zugethan war, bemühte sich, ihn zu trösten, und sagte:

^Habe Geduld, vertraue auf Gott und den Beschützer der Gläubigen. Was ScheinsUnnahar und Ali betrifft, so wird es den Räubern genügt haben sie auszuplündcrn,worauf sie in ihren Palast, und er in seine Wohnung zurückgekehrt seyn werden. Ihrdürft mithin hoffen, daß der Chalif dieses Abenteuer nie erfahren wird. Euren Freundenmüßt ihr freilich den Werth der geraubten Sachen ersetzen, wonach euch aber, Gottsey Dank, noch Vermögen genug übrig bleibt. Ihr müßt dies nun schon als ein