achtiin - acht.; igste Nacht.
Hundert
Schehersad erzählte weiter: Als Hassan der Sklavin Lebewohl gesagt und
wieder in seinem Laden saß, war sein Herz so aufgeregt, daß er anfing über dasSchicksal der beiden Liebenden nachzudenken; er starb fast vor Kummer ihretwillen, denner wußte nicht, ob es mit ihnen ein gutes Ende nehmen würde. Er blieb in diesemZustande bis zum folgenden Tage, wo er wieder zu Ali ging. Da er, wie gewöhnlich,viele Leute bei ihm fand, wartete er, bis diese weggegangen. Er erkundigte sich dannnach seinem Befinden, und Ali fing zu klagen an. Hassan sagte ihm: „Ich habenie eine Liebe wie die deinige gesehen, noch von einer solchen gehört. Ein solcherLiebesschmerz und leidender Zustand finden sich gewöhnlich nur bei unerwiderter Liebe;da du aber von der, die du liebst, wieder geliebt wirst, was würdest du thun, wenn duein Mädchen liebtest, die dir nicht hold wäre, oder an Jemand dein Herz schenktest, dasdich hinterginge? Wahrlich, wenn du in einem solchen Zustande verharrst, wird derMond deines Geheimnisses sich verdüstern, und deine Liebe Jedermann bekannt werden!Zerstreue dich doch! Steh' auf, besuche Gesellschaften, reite spazieren! Trage dieseSache mit Ergebung, und überlege sie mit Ernst!" Hassans Rede machte Eindruckans ihn; er dankte ihm dafür, und als Hassan dies sah, verließ er ihn undging wieder in seinen Laden. Nun aber hatte Hassan einen Freund, der alle
seine Angelegenheiten kannte, und dem selbst nicht das verborgen geblieben, was zwischenHassan und Ali vorgesallen war. Dieser kam nun zu Hassan in den Laden undfragte ihn nach dem Mädchen; er täuschte ihn und sagte, sie sey krank. Zuletzt sagteer ihm: „Ich wollte dir nur verbergen, was auch für mich ein Gehcimniß ist undwas nur Gott weiß. Ich wollte dir gestern schon Alles offenbaren, nun geschehe csaber heute. Du weißt, daß ich ein angesehener Mann bin, der mit den ersten Männern