Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Hundert und dreinndsechzigste Nacht.

Mein dritter Bruder aber, o Fürst der Gläubigen!" fuhr der Barbier fort,derwar blind, und das Schicksal trieb ihn an ein großes Haus; er klopfte an der Thür,um den Hausherrn etwas zu fragen. Der Hausherr fragte:Wer ist an der Thur?"Mein Bruder antwortete nicht. Er klopfte wieder und ward wieder gefragt:Wer ist ander Thür?" und gab abermals keine Antwort. Er hörte dann zum dritten Male ganzlaut schreien:Wer da?" Er gab aber keinen Laut von sich; endlich hörte er Jemandengehen, sich der Thüre nähern, öffnen und fragen:Was willst du?" Mein Bruderantwortete:Ich möchte etwas für Gott." ' Er sagte ihm:O Unglücklicher, reiche mirdeine Hand." Mein Bruder reichte ihm die Hand und glaubte, er wolle ihm etwasgeben. Der Hausherr führte ihn in's Haus und stieg mit ihm eine Treppe nach derandern hinauf, bis er oben am Dache war. Mein Bruder dachte, er wolle ihm etwaszu essen geben. Als sic sich nun setzten, sagte der Hausherr zu meinem Bruder:Waswillst du, Unglücklicher?" Er antwortete:Ich will etwas für den erhabenen Gott."

' D. h. ein Almosen, wodurch du eine gottgefällige That ausübst. Die muselmännischen Bettler sagennie: schenke mir etwas, sondern: schenke cs Gott.