Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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Hundert und fünfzigste Nacht.

Der Jüngling sagte noch einmal dem Barbier:Laß doch das viele Reden, meineZeit geht vorüber." Da lachte mich der Barbier aus und sagte:O mein Herr! csgibt keinen Gott außer Gott. Gelobt sey der, der unverändert bleibt. Ich glaube, dichhat die Krankheit ganz geändert; dein Verstand hat sehr abgenommen, während sonstdie Leute, wenn sie älter werden, auch mehr Verstand bekommen; ich hörte, wie einstein Dichter sagte:

Scy mild gegen Arme, wenn das Schicksal dir günstig ist, du wirst dafüreinen reichen Lohn einst ernten. Armuth ist eine Krankheit, für die cs kein Heil-mittel gibt. Rcichthümer sind eine Zierde für das Auge, wenn sie zu einemschönen Charakter sich gesellen. Verbreite Segen unter dem Volke, in dessenMitte du lebst; bestrebe dich, den Ruf deiner Eltern rein zu bewahren! IhreAugen haben aus Angst um dich manche Nacht durchwacht. Aber Gottes Augeschläft nie."

Indessen entschuldige ich dich ebenfalls, doch flößt mir dein Zustand manchen Zweifelein. Du weißt, daß dein Vater und Großvater nie etwas unternahmen, ohne mich umRath zu fragen; und gewiß, wer Andre berathet, geht nicht irre. Auch sagt mansprüchwörtlich: Wer keinen Größer« über sich anerkennt, ist selbst nicht groß. Auchsagte ein Dichter:

»Willst du ein Geschäft unternehmen, so berathe einen Erfahrenen underzürne ihn nicht!"

Du kannst keinen erfahrnern Menschen finden, als ich bin; ich stehe nun ganz willigvor dir, um dich zu bedienen, du hast gar keinen Grund, dich über mich zu ärgern."