474 Hundert und vierzigste Macht.
Schmuck und rief ihn ganz heimlich im Verborgenen aus; ich wußte nicht, was er machte.Der Schmuck war sehr kostbar, und es ward 2000 Dinar darauf geboten. Aber derMakler kam zu mir und sagte: „Mein Herr, wollt ihr ihn für fünfzig Dinar geben? Wirglaubten, es scy gutes Gold, nun ist es aber falsch." Ich sagte: „Nimm fünfzig Dinardafür, ich wußte, daß es Kupfer war." Als der Makler dies hörte, merkte er, daßhier etwas Unrechtes vorgefallen mit dem Schmuck; er ging mit mir fort, besprach sichmit dem Obersten des Bazars, ging zum Richter der Stadt und erzählte ihm, der Schmucksey ihm gestohlen worden, er habe den Dieb als Kaufmann verkleidet gefunden. Alsich zu Hause saß und an nichts dachte, kamen auf einmal die Gerichtsdiener und führtenmich zum Richter. Dieser fragte mich nach dem Schmuck; ich sagte ihm, was ich demMakler gesagt; er lachte und schloß daraus, daß ich ihn gestohlen. Ich ward sogleich entkleidetund geprügelt. Ich mußte dann vor Schmerzen lügen und sagen: „Ich habe ihn gestohlen."
VMM
Da schrieb man mein Geständniß auf und hieb mir die Hand ab; ich lag einen halbenTag in Ohnmacht; man gab mir dann Wein zu trinken. Mein Hausherr trug michfort und sagte: „Mein Sohn! du bist ein vornehmer junger Mann, hast eigenes Ver-mögen, was brauchst du zu stehlen und dir dadurch die Liebe aller Leute zu entfremden?