Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
312
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312 E i II u II d a eh t z i g st e Nacht.

Besinne dich und folge nicht zu rasch deiner Leidenschaft, sep barm-herzig gegen Menschen, sie werden dich den Milden nennen. Gottes Handist über icde Hand erhaben; Niemand übt eine Gewaltthat aus, dem sicnicht wieder vergolten wird."

Drittens: Gewöhne dich zu schweigen, und vergiß anderer Leute Fehler bei deineneigenen; es ist ein allgemeines Sprichwort: wer schweigen kann, entgeht vieler Gefahr.Du weißt auch, wie es bei einem Dichter heißt:

Schweigen ist eine Zierde, stille scpn ist Heil; sep nicht voreilig imSprechen, denn kannst du auch einmal es bereuen, geschwiegen zu haben, sowird es dich gar oft reuen, zu viel gesprochen zu haben."

Viertens: Hüte dich vor dem Weintrinken, denn der Wein ist die Veranlassunggroßen Unheils, weil er den Verstand raubt; nimm dich wohl in Acht, keinen Wein zutrinken, und erinnere dich der Worte des Dichters:

Ich meide den Wein und mag ihn nicht trinken, auch führen mich die,welche ihn tadeln, zum Muster an; dieses Getränk verwirrt den Pfad desRechts und öffnet die Pforte zu allem Bösen."

Fünftens: Mein Sohn, bewahre dein Vermögen, es wird dich vor vielem Nebelbewahren; verschwende nicht was du hast, sonst wirst du noch bei schlechten Mensche»Hülfe suchen müssen. Hüte wohl dein Geld, denn es ist ein sicheres Heilmittel; ichweiß, wie ein Dichter sprach:

Ist mein Vermögen gering, so will Niemand mein Freund sepn, ist csgroß, so nennen sich alle Leute meine Freunde; wie mancher Freund leistetemir Gesellschaft, wenn es galt, mein Geld zu verschwenden, und wie vieleließen mich allein, als ich mein Vermögen verloren I"

Er empfahl ihm dann noch andere Tugenden, bis er in seines Sohnes Armenverschied.

Nach dem Tode seines Vaters trauerte Bedruddin zwei Monate lang; er ritt nieaus, und versäumte sogar sein Amt beim Sultan vor übermäßiger Betrübniß. DerSultan war so sehr darüber erzürnt, daß er einen seiner Schloßhüter zum Vesir ernannteund ihm befahl, mit Gefolge in's Haus des verstorbenen Vesirs zu gehen, Alles, was erhinterlassen, aufzunehmen und zu versiegeln, und keinen Heller zurückzulassen. Der neue