Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
268
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268 Neunundsechzigste Nacht.

Honig mit klarem Weine gepaart, bei seinem Halse und schönem Bau derGranatäpfel auf seiner Brust, bei seinen Schenkeln, welche zittern, wenn ersich bewegt oder ruht, und bei der Feinheit seiner Hüften, bei der Seide sei-ner Haut und der Zartheit seines Geistes und bei Allem, was er von Schön-heit umschließt, bei seiner freigebigen Hand und aufrichtige» Zunge, beiseinem edlen Stamm und erhabenem Range. Der Moschusgcruch ist,nichtsanders als seine Ausdünstung, und der Ambraduft ist von ihm entnommen.

Auch die leuchtende Sonne steht so tief unter ihm wie einer seiner abgeschnit-tenen Nägel."

Der erste Blick, den ich auf ihn warf, brachte mir schon Gefahr; mein Herz warddurch Liebe an ihn gebunden. Ich sagte ihm, o mein Herr! Geliebter meines Herzens!erzähle mir die Geschichte deiner Stadt, und er erwiderte:Wisse, o Magd Gottes! dieseStadt gehörte meinem Vater, er ist der schwarze Stein innerhalb dcö Schlosses den dubei der Königin, meiner Mutter, im Schlafkabinette gesehen. Die Einwohner dieserStadt waren Magier, die das Feuer anbeteten und bei diesem schwuren und nicht beimallmächtigen König. Mein Vater war sehr gefällig und gut gegen mich. Als ich her-anwuchs lehrte mich eine alle Frau, die bei uns im Hause war, den Koran, auch sagtesie mir: bete nur den erhabnen Gott an. Ich lernte den Koran bei ihr, ohne daß meinVater und meine Leute etwas davon wußten. Eines Tages hörten wir eine furchtbareStimme, welche rief: Ihr Bewohner dieser Stadt! hört auf das Feuer anzubeten! betetzu Gott dem Barmherzigen. Sie bekehrten sich aber nicht. Diese Stimme kam dreiJahre nach einander dreimal wieder, und nach dem letzten Jahre war auf einmal dieStadt wie du sie jetzt siehst. Ich kam allein davon und bringe nun meine Zeit hin, Gott zudienen. Schon verlor ich aber die Geduld in meiner Einsamkeit, weil ich Niemandenhabe, der mich unterhält und tröstet." Ich sagte hierauf zu ihm, denn schon war erHerr meines Geistes und meines Herzens geworden:Willst du mit mir nach Bagdadkommen? die Sklavin die du hier vor dir siehst, ist Herrin unter ihrem Volke; sie gebie-tet über Männer und Sklaven, ich besitze viele Güter und Waaren und nur ein Theilderselben füllt das ganze Schiff aus, das an der Stadt vor Anker liegt, das so langeherumgcirrt, bis es Gott hierher geworfen, damit ich mit deiner Jugend mich vereinige.Ich fuhr fort ihn zu liebkosen und ihm zuzureden bis er einwilligte; ich schlief jene Nachtzu seinen Füßen und konnte nicht den Morgen erwarten, bis wir aufstanden und vonden Schätzen seines Vaters, was am kostbarsten und am leichtesten zu tragen war, Mit-nahmen. "