Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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A ch t u n - s e ch z i g st e Nacht.

Das Schloß," fuhr das Mädchen dem Chalifen zu erzählen fort,war mitseidenen, goldgeblümten Teppichen bedeckt. Mitten im Saale stand ein Thron von Elfen-bein mit Gold belegt und zwei grünen Smaragden, es hing ein Vorhang mit Perlengestickt darüber hinunter, hinter dem Vorhänge sah ich ein Licht hervorleuchten; ichbestieg diesen Thron, steckte meinen Kopf durch den Vorhang, und da fand ich,o Fürst der Gläubigen! einen Edelstein, so groß wie ein Straußenei, auf einem kleinenStühlchen liegen, so stark glänzend, daß man fast geblendet wurde; es war ferner dortein Bett gemacht und eine seidene Decke lag darüber. Neben dem Kopfkissen branntenzwei Wachskerzen. Niemand aber war zu sehen. Ich war sehr erstaunt und dachte: eskann doch nur ein Mensch diese Wachskerzen angezündet haben und ich wandte mich weg.Da kam ich in eine Küche, dann in königliche Vorrathskammern, und so ging ich immerfort von einem Gemach ins andere, bis ich mich selbst vergaß, über alles Wunderbare,das mir in dieser Stadt begegnet. Endlich ward es Nacht, ich ging eine Weile imDunkeln herum und wußte nicht, wohin mich wenden, als ich wieder den Thronund den Vorhang bemerkte, hinter welchem das Licht war; ich legte mich aufs Bett,deckte mich mit der Decke zu, konnte aber nicht einschlascn. Um Mitternacht hörte icheine zarte Stimme etwas lesen. Ich freute mich, stand auf und folgte der Stimme, bisich an ein Zimmer kam, dessen Thüre geschlossen war; ich schaute durch die Spalten derThüre und sah eine Art Kapelle, mit dem Zeichen, wohin sich die Betenden zu wendenhaben, mit hängenden Lampen und einen Lesepult mit Wachskerzen. Auch war einkleiner Teppich auf den Boden ausgebreitet, auf welchem ein hübscher Jüngling saß,

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