Sechsun-fünfzigste Nacht. 225
Da er mir dies in einem heftigen Tone sagte, ging ich weinend aus der Stadt.Ich war blind, sah und hörte nichts, wußte nicht, wohin ich mich wenden sollte. Ichrief Alles, was mir widerfahren, in mein Gedächtniß zurück, wie ich als Affe in dieStadt gezogen war und nun als Mensch in einem solchen Zustande sie verließ; dies Allesmachte mich sehr traurig. Aber ehe ich aus der Stadt heraus war, ging ich noch in einBad, ließ mir meinen Bart und meine Augenbraunen abscheren, hing dan-n einen schwarzenSack um und schalt über mich selbst. Noch, o Gebieterin! denke ich jeden Tag an denunglücklichen Tod der Prinzessin und an den Verlust meines Auges, dann weine ichheftig und spreche folgende Verse:
„Ich verlor die Besinnung; das Unglück kam ganz unerwartet, dochkennt gewiß der Barmherzige meine Lage; ich habe daher Geduld, bis Gottanders über mich verfügen wird, so bitter auch mein Zustand scyn mag."
„Ich durchreiste nun viele Länder, um nach Bagdad zu kommen, wo ich hoffte,Jemanden zu finden, der mich dem Fürsten der Gläubigen verstellen werde, damit ichihm meine Geschichte erzählen könnte. Ich kam nun diese Nacht an, fand meinen Bruderhier stehen, grüßte und fragte ihn, ob er auch ein Fremder sey; nach einer Weile kamdieser Dritte, der uns ebenfalls so anredcte; so gingen wir mit einander, bis uns dieNacht überfiel. Das Schicksal trieb uns dann zu Euch. Dies ist die Ursache des Ver-lustes meines Auges und des Abscherens meines Bartes." Da sagten die Frauen:„Rette dein Leben und gehe!" er aber erwiderte: „Bei Gott! ich weiche nicht, bis ichhöre, was den klebrigen geschehen." Man entfesselte ihn hierauf und er stellte sich nebenden Ersten.
Schehersad bemerkte den Tag und schwieg; in der folgenden Nacht fuhr sie fort:
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