Drerundsüns;ig>le Nacht. 215
„Wenn dic Zeit die Vorzüge der edlen Menschen ausgezeichnet hätte, sowürden jezt die dcinigcn alles Geschriebene auslöschcn. Möchte Gott dicWelt nicht durch deinen Tod verwaisen, denn du bist der Tugend Vater undMutter."
Ich schrieb dann in einer andern Schrift noch folgende Verse:
„Aus seiner Feder entsprießt allen Ländern Heil und vcrtheilt mehr Ge-schenke, als der ganz Aegypten befruchtende Nil'."
In einer andern Schrift schrieb ich hierauf folgende Verse darunter:
„Ich schwöre bei dem Einzigen und Mächtigen, daß er nie seine Federcingetaucht, um Jemanden seinen Lebensunterhalt zu nehmen."
In einer andern Schrift schrieb ich noch folgende Verse:
„Niemand schreibt, der nicht vergeht, doch bewahrt die Zeit, was seineHände geschrieben, schreibe daher nichts, was du am Aufcrstehungstage nichtgerne wiederstehcst."
Ich schrieb dann wieder in einer andern Schrift folgende Verse:
„Als wir benachrichtigt wurden, daß die Wechsel des Schicksals uns mitTrennung heimgesncht hatten, kehrten wir zu dem Munde des Heilendenzurück und klagten unsre bittre Trennung mit den Spitzen der Federn."
Zuletzt schrieb ich noch folgende Verse in einer andern Schrift:
„Ocffnest du dein Dintcnfaß, o Ausgezeichneter! Huldreicher! so laß deineDinte von Güte und Edclmuth fließen, schreibe nur Gutes, so oft du cskannst, cs wird dann die Spitze des Schwertes und der Feder deine Tugendpreisen."
Nachdem ich dies alles geschrieben hatte, überreichte ich das Papier, das sie mitgrößtem Erstaunen sahen. Die Schiffleute nahmen das Papier, und brachten esdem Sultan, der die Schriften sehr schön fand und also sprach: „Geht, nehmet dieses
' Hier find einige Wortspiele, dic man nicht wieder geben kann, eben so wenig lassen sich für dieverschiedenen arabischen Schriften entsprechende Namen finden.