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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.
c. Im Zweifel darf der Berechtigte nur eignes Vieh auf-treiben 38 , auch das Weiderecht nicht selbständig verpachten 89 .
d. Der Berechtigte hat das Weiderecht s c li o n 1 i c h auszuüben.Er darf krankes oder unreines Vieh nicht auftreiben 40 . Er rnufsdas Vieh unter die Aufsicht eines Hirten stellen 41 oder andereVorkehrungen zur Schadensverhütung treffen 42 . Er ist, wenn das-selbe Grundstück der Beweidung durch mehrere Vieharten unter-liegt, an die hergebrachte oder gesetzliche Zugordnung gebunden 43 .Er darf vor allem das Weidereeht an den einzelnen Arten vonLändereien nur in der offenen, nicht in der geschlossenen Zeit aus-üben; offen aber sind nur Ödländereien zu jeder Zeit, dagegenÄcker nur während der Brache (Brachhut) und zwischen Ernteund Bestellung (Stoppelhut), Wiesen nur, bevor sie „ins Heu gehen“(„Vorhut“, oft bis St. Georgen oder St. Walpurgis) und nach derHeuabfuhr („Nachhut“, oft seit Michaelis), Waldungen nur, solange
38 Weist, b. Gierke a. a. 0. S. 255 Anra. 261, Stobbe-LehmannAnm. 17; Pufendorf, Obs. I Nr. 123; Heimbach § 193 Anm. 7; Renaud,Z. f. D. R. IX 33 ff.; Beseler § 99 Anm. 14; Preufs. L.R. I, 22 §91; Österr.Gb. § 499. Dies gilt an sich auch bei bestimmter Stückzahl; Gierkea. a. 0. S. 259 Anm. 281. — Doch wurde frühzeitig in manchen Marken denärmeren Genossen der Auftrieb von fremdem Vieh gestattet; Gierke a. a. 0.S. 257. Und bei bestimmter Stückzahl wurde oft unbedingt die Ausnützungmit fremdem Vieh zugelassen; ebenda S. 259. Unrichtig nehmen Manche fürdas heutige Recht allgemein die Befugnis zum Auftreiben von fremdem Viehan; Bülow u. Hage mann IV Nr. 58; S tobb e-Leli mann S. 19; Seuff.XXI Nr. 20 (München). Andere wenigstens bei bestimmter Stückzahl; Preufs.O.Tr. b. Strieth. LXXXII 188 ff., Dernburg S. 528.
39 Beseler § 99 Anm. 14; Roth, D.P.R. § 278 Anm. 28; Stobbe-Lehmann a. a. 0.; Seuff. XII Nr. 248. — Doch finden sich abweichendepartikularrechtliche Bestimmungen; Gierke a. a. 0. S. 259; Bülow u.Ha ge mann a. a. 0.; Grefe II 326; Seuff. III Nr. 147; Bayr. Weideges.Art. 14. Allgemein für Zulassung der Verpachtung Gerber-Cosack § 146Anm. 4.
40 Gierke a. a. 0. S. 254 Anm. 257; Bayr. L.R. Nr. 1; Preufs. L.R.§ 87—88; Österr. Gb. § 499.
41 Bayr. L.R. Nr. 1; Preufs. L.R. § 83—84; Österr. Gb. § 502; BeselerAnm. 16. Im älteren deutschen R. bestand die Verpflichtung zur Unter-stellung unter den Gemeindehirten, sofern nicht das Recht auf einen Sonder-hirten erworben war; Sachsensp. II Art. 54, Schwabensp. (W.) c. 179, Rupr. v.Freis. I, 141, Weist, b. Gierke a. a. 0. S. 253ff. Anm. 253—255.
42 Preufs. L.R. § 83-86, Feldpolizei-O. v. 1. Nov. 1847 § 3 ff. u. § 17,Feldpolizeiges. v. 1. Apr. 1880 § 11. Ältere Bestimmungen b. Gierke a. a. 0.Anm. 256.
43 Vgl. Maurer, Markenv. S. 147, Dorfv. I 253; Thudichum, Gau- u.Markv. S. 253 ff; Jülich. LR. 51 § 2; Preufs. L.R. § 128—129.