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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Übersicht der inneren Verhältnisse.

Die Erhöhung der fürstlichen Gewalt ist eben so sehr einGcsammtcrgebniß der Entwickelung dieser Zeit, wie das Auf-kommen der Macht der Geistlichkeit, der Städte und derStande einer früheren angchvrt. Betrachten wir die Elemente,aus welchen sich die Macht der Fürsten über die der Standeerhob, so zeigt sich uns, daß diese früher bereits in sich selbstzerfallen war, ehe sie noch von den Fürsten völlig zerstörtwurde, denn sonst hatten diese das niemals vermocht. Mis-brauch der Macht führt deren Verfall nothwendig herbei, undwir haben geschn, wie dadurch bereits im fünfzehnten Jahr-hunderte der Adel gegen die Fürsten verlor, wo diese mit denStädten und dem Landmanne zusammenhielten, indem siediesen vom Adel abwendctcn, jene gegen ihn unterstützten.Der dreissigjährige Krieg ebnete Alles durch eine äussere Ge-walt, welche auf die verschiedenen Stände im Innern derNation mit ziemlich gleichmäßiger Stärke drückte, währenddie französische Revolution dasselbe umgekehrt bewirkte durchdie Macht der allgemeiner verbreiteten Ideen von Freiheit undGleichheit, welche von innen heraus gegen den Unterschiedder Stände ankämpften und ihn vernichteten. Der überdieszum großen Theile verarmte Adel konnte sich mit den altenWaffen nicht mehr vcrtheidigen, weil diese, ausser Gebrauchgekommen, verrostet in der Kammer hingen, womit er zugleichunkriegerisch wurde. Statt des persönlichen Dienstes gab erdem Fürsten lieber Geld '), wofür dieser Söldner kaufte, dienicht den Ständen, sondern ihm und den Obersten ihrer Re-gimenter gehorchten, vom Dienste aber wie Andere vom Hand-werke lebten und die Befehle ihres Herrn vollzogen, ohne ei-nen andern als den kriegerischen Kastengeist zu besitzen, dendie Gewöhnung bald erzeugt. Was kümmerten diese sich um dasWohl und Weh des Landes, dem sie meistens nicht einmaldurch Geburt angehörten, wenn sie nur ihren Sold richtig undnoch besser reichlich erhielten?

Die militärischen Exemtionen, Wort und Sache sonstden Deutschen fremd, wurden gewöhnlich, vorzüglich wenn

1) In Pommern im Jahre I6Z4 für jedes Rittcrpferd zehn Thalcr.Seit Bd. III. S. 487. Vergl. meine Geschichte der KriegsverfaffungS. 287.

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