Der dreissigjährige Krieg.
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und durch andere Martern jeder Art Geld zu erpressen ge-sucht. Ein Rittmeister, welcher bei der Eroberung Magde-burgs gewesen, gestand selbst, cs sei dort nicht so tyrannischgegen Feinde gehaust worden. Der Hunger nothigte zum Ge-nüsse der sonst ekelhaften Lebensmittel der Katzen, Mäuse,Ratten und Krähen. Die meisten Häuser blieben wüst, undnoch lange wurde der Donnerstag nach Martini als Gedenk-tag dieses schrecklichen Ereignisses in Perlcbcrg gefeiert. DasHeer des Gallas litt fast nicht geringere Noth, und selbst be-reits in Verwesung übergegangenes Fleisch der vor Hungerumgekommencn Pferde musste den Soldaten als Nahrungdienen ').
Jetzt erhielt der Erzherzog Leopold Wilhelm, der jüngere 1639Sohn des Kaisers, den Oberbefehl an des Gallas Stelle,konnte aber den Bauer eben so wenig aufhaltcn. Der schwe-dische Feldherr schlug die Kaiserlichen, wo sic ihm entgcgcn-tratcn, ging über das Erzgebirge nach Böhmen, lagerte aus Aprildem weissen Berge vor Prag, beschoß die Stadt und bezog 1639im Königreiche und in der Grafschaft Glatz seine Winter- 7^'.^quartiere -).
Lilichök kam, nachdem er auch Dcmmin erobert hatte,aus Pommern in die Neumark, schlug die Brandenburger,eroberte Landsbcrg, Frankfurt, Krossen. Der Schwede Stol-hanß ') rückte von Baner geschickt in Schlesien ein, setztesich in Niederbeuthcn an der Oder fest, nahm mehrere Städte, MaiGuhrau, Herrcnstadt, Lüben, Parchwitz, Neumarkt, Sagan, 1639Lvwenbcrg, Hirschberg und Jauer ein*). Wohin die Schwe-den kamen, wurden die katholischen Geistlichen vertrieben undsogleich der evangelische Gottesdienst wieder eingerichtet, aber
daraus, daß die Kaiserlichen wahrscheinlich diese Benennung aus Haßgegen die Schweden aufbrachtcn, was auch sonst nicht unbekannt ist.
Liese lernten in Deutschland auch bald Kriegsinanicr, wie sie damals war.
1) Beckmann a. a. O. S. 216.
2) Senrenberg - Häberlin Bd. XXVIl. S. 353 ff.
3) So schreibt er seinen Namen selbst in vor mir liegendenBriefen.
4) Outende» t' a. a. O. 6. XI. §. 20,