Druckschrift 
1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
Entstehung
Seite
521
Einzelbild herunterladen
 

521

Der drejssigjährige Krieg.

wo es ihm gelang sich mit Wrangel zu vereinigen, dem auchbereits von den Sachsen und Brandenburgern hart zugesetztwurde. Beide Feldherren, von der großen Übermacht der Ver-bündeten gedrängt, so tapfer und geschickt sie sich in zahlrei-chen Gefechten hielten, verloren doch einen festen Ort nachdem andern, selbst die Insel Usedom. Die Mark und Mecklen-burg waren fast ganz in den Händen der Kaiserlichen, und esschien als würden die Schweden Deutschland jetzt völlig auf-gebcn müssen. In Vorpommern hielten sie nur noch Grcifs-walde und Anklam, Rügen schützte allein der milde Winter r).

Das Land war aber so völlig ausgesaugt, daß Gallas fürden Unterhalt seines Heeres fürchtete, die festen Plätze besetzte,Pommern verließ und gegen die Nicderelbe in die Winter-quartiere zog.

Die Erneuerung des Bundes mit Frankreich auf dreiJahre, wodurch die Führung des Kriegs in Süddeutschlandund die fortwährende Zahlung von Subsidien gesichert wurde,ferner ansehnliche Verstärkungen, welche aus Schweden an-kamen, die Uneinigkeit und geringeren Kriegseinsichtcn derVerbündeten und endlich die Thatigkeit und Geschicklichkeitdes Bauer, Torstensohn und Wrangel gestatteten den Schwe-den sich unter fortwährenden Gefechten in Pommern zu be-haupten und bald wieder vorzudringen. Durch die Bedrohun-gen des Kurfürsten von Brandenburg, als des rechtmäßigenLandesherr«, geschreckt, legten die Rcgicrungsrathe in Pom- Rprilmern ihre Ämter nieder. Bauer erhielt das Direktorium die-1638ses Landes, wobei ihm Johann Liliehök und Axel Lilie alsUnterstatthalter zugeordnet wurden. Nun regierten die Schwe-den Pommern fast wie eine schwedische Provinz, so unzufrie-den die Stände auch damit waren ^).

Nachdem Bancr aus Schweden vicrzehntausend Mann Juni1 Verstärkung erhalten und Alles zur Eröffnung des Feldzugs 1638angeordnet Hatte, ließ er durch Pommern einen allgemeinenBcttag für den glücklichen Fortgang seiner Waffen halten, is.Juuwährend der Kurfürst dasselbe in der Mark für seine Partei 1638

1) Uulenäork IX. 19 ff.

2) Gcbhardi Geschichte des pommerschen Reichs. S. 22Z.