5)l4 Buch III. Viertes Hauptstück.
genossen, welche, ohngcachtet der Verwendung des Kurfürstenvon Brandenburg, endlich gezwungen waren sich in die bittereNothwcndigkeit zu fügen. Nur der Herzog Heinrich Wenzelvon Öls - Bernstadt, welcher immer in kaiserlichem Interessegehandelt hatte, wurde von allen Strafen befreiet. Die übri-20. Juli gen evangelischen Stande flehetcn in einem demüthigen Schrci-1635 das ihnen statt persönlicher Abbitte nachgcgeben wurde,den Kaiser um Verzeihung an, versprachen für die ZukunftGehorsam und Treue, baten die Truppen aus dem verheer-ten Lande zu zichn und auch den Erbfürstenthümern freie Rc-ligionsübung dem Majestätsbrief gemäß zu gestatten. Dieses6. Aug. war eben so erfolglos, als daß sie in der Annahme des Re-ccsses die Bitte um eine Milderung desselben und besondersder Bestrafung Breslaus mit Entziehung der Landcshaupt-Mannschaft wiederholten und Trautmannsdorfs Verwendungunter großen Versprechungen nachsuchten. Es wurde Nichtsgemildert. Trautmannsdorf bezeugte unabänderlich, er habekeine Vollmacht in schlesischen Sachen irgend Etwas nachzuge-ben, und Schlesien sank seitdem zum völlig leidenden Landeherab. Der Muth der Protestanten sür gcwaffnete Verthei-digung war allgemein gebrochen und erhielt sich nur noch infester Duldung des harten Drucks und der vielen einzelnenKränkungen, denen sie sich ausgesetzt sahen. Wenigstens wur-den sic nicht mehr durch Dragoner bekehrt. Einzelne Ortschaf-ten und Adlige wagten es allein noch später bei günstigerVeranlassung die schwedische Partei zu ergreifen und wurdendafür natürlich streng bestraft.
Brieg und Liegnitz erhielten kaiserliche Besatzungen. DieBreslauer kamen dem zuvor, indem sie die Besatzung desDoms und Sandes in Eid und Pflicht der evangelischenStände nahmen; doch mussten sie dieselbe nun zugleich demKaiser schwüren lassen, worüber es zu einem Aufruhre kam,der mehrern Menschen das Leben kostete und wesentlich Nichtsänderte. Die Schweden zogen sich aus Schlesien zurück.
Indem Sachsen im prager Frieden nicht nur die Schwe-den bundbrüchig verließ, sondern zugleich den Grund dazulegte, sowohl seine Truppen als die aller derjenigen Mächte,welche den Frieden annehmen würden, mit dem kaiserlichen