von England, und auf die Union, überall war Mangel a»Gelbe, das eine Provinz immer von der andern verlangte. DieSchlesier waren seit langer Zeit nicht eigentlich gerüstet gewesenund daher unkriegerisch. Als es zum Aufgebote kam, war dieReiterei so schlecht beritten und ganz ungeübt, daß man siekaum brauchen konnte, ferner lange nicht vollzählig, undViele ergriffen sobald sie konnten die Gelegenheit sich in ihreHeimath zurück zu begeben. Das Fußvolk war größtentheilsvom Pfluge eben weggenommen und in keinem bessern Zu-stande als die Reiterei. Das Beste mussten noch Söldnerthun, die thcucr waren, und wahrend der Krieg im vollenGange war, dachte man in Böhmen daran, sechshundert nie-derländische Reiter, die man dort nicht bezahlen konnte, denSchlesiern zu überlassen, welche sie nicht annehmen wollten,weil sie, ohne Kriegszucht, noch eher im Heere als im Landezu bändigen wären ').
Ganz anders Ferdinand. Auch ihm mangelten Truppenund Geld, doch wusste er sich Beides zu verschaffen, indem erZeit gewann; denn seine Rüstungen stützten sich weniger aufeine durch Religion angeregte Volksmenge als auf Söldner,damals die gewöhnliche förmliche Heereseinrichtung. Dannbehielt er das Hauptziel immer im Auge, seine Gegner nic-derzuschlagen. Seinen Schwager, den Herzog Maximilian8.Octbr. und die Liga gewann er durch Zusage der dem Friedrich V.
1619 ^ nehmenden Kurwürde und Oberpfalz, und erklärte nun die^g 2 o Böhmen für Rebellen. Der Kurfürst von Sachsen war auf
Friedrich von der Pfalz ohnehin eifersüchtig, nun aber nochhöchst aufgebracht darüber, ,daß die Böhmen diesen Reformir-ten gewählt hatten, und daß, wie er in einem seiner Schrei-ben sagte, so viele edle Länder dem Calvinismus in den Ra-chen fliegen und der römische Antichrist nur dem helvetischen
März Platz machen solle. Die Fürsten der Liga versprachen ihn we-
1620 gen eingezogenen geistlichen Güter nicht zu bedrängen,der Kaiser sicherte ihm den Kostenersatz für den Beistandden er gegen Böhmen leisten würde, und Erhaltung des lu-therischen Gottesdienstes in Böhmen und den zu demselben
1) Handschriftliche Nachrichten.