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Der dreifsigj ährige Krieg. 412'
drängten hier den König in seinem Zimmer und verlangten! dessen Einwilligung zur Bewaffnung und Vereinigung mitden Böhmen, deren Kugeln in das Dach der kaiserlichenBurg flogen. Er hörte die Stimme der tobenden Menge.
Gieb Dich, Nandel, trat ihn einer der Häupter der Protestan-t-Ju».ten ungestüm an, wirst Du nicht unterschreiben? Die Jesui--- ^619ten selbst riethen jetzt nachzugcben, um Zeit zu gewinnen. DerKaiser betete inbrünstig und blieb fest. Plötzlich ertönte die! Musik eines Reiterregiments, welches Dampierre abgeschickthatte und durch ein unbewachtes Thor eingeritten war, undder König war für jetzt gerettet. Thum zog sich unzufriedenüber die Österreicher nach Böhmen zurück und führte neben demGrafen Mansfeld gegen Ferdinands Feldherren den Kriegfort, an welchem auch einige schlesische Truppen Antheil nah-men. Ferdinand eilte nach Frankfurt und wurde ohngeachtetaller Gegenbemühungen des Kurfürsten von der Pfalz zum 28 . Aug.Kaiser gewählt. 1619
Unterdessen hatten die Stände von Böhmen, Mähren, Schle-sien und der Lausitzen unter einander, dann mit denen von Ober-und Nieder-Österreich Bündnisse zur Erhaltung ihrer Religions- ig.^ug.und bürgerlichen Freiheit geschlossen, darauf den Ferdinand,als Feind der Gewissensfreiheit, Sklaven Spaniens und derJesuiten, der sich, gegen seinen Revers, noch bei Lebzeitendes Kaisers in die Regierung Böhmens gemischt und fürch-terliche Kriegsdrangsale über Böhmen gebracht habe, desThrons verlustig erklärt. Wenige Tage darauf wählten sieden Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, das Haupt der27.Aug.Union, den Schwiegersohn König Jakobs von England,Schwestersohn des Moritz von Dramen und Schwager GeorgWilhelms, des Kurfürsten von Brandenburg, zum Könige. Vie-ler Abmahnungen seiner Mutter und Anderer ungeachtet nahmFriedrich die Wahl an und wurde in Prag gekrönt. Die4. Novbr.schlesischen Fürsten und Stände erkannten ihn durch einenLandtagsbeschluß als König an, huldigten ihm in Breslauund machten ihm ein Geschenk von hunderttausend Thalern.
- Sie traten ferner zu Presburg der allgemeinen Conföderation 19. Jan.der Erblande mit Ungarn bei, nahmen Theil an der Gesandt-1620schaft aller vereinigten Staaten an die Pforte, um diese zu