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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Nächste Ursachen des ZOjähr. Kriegs. 399

enthalte; weshalb man nicht sagen könne, er sei von seinervorigen Religion abgetreten, obgleich, er nicht alle Ausdrückebillige, die spater als das augsburgifche Glaubcnsbekenntnißaufgckommcn waren. Auch diese Demüthigung wirkte Nichts,weil sic nicht aufrichtig war. Der vom Könige bestätigteRcceß des Landtags erklärte desungeachtet alle diejenigen, 24. Oc:.welche in Zukunft irgend eine andere Religion als die katho- ^17lische und lutherische lehren oder üben würden, für Störer deröffentlichen Ruhe und gab Jedermann das Recht, sowohl dieseals auch diejenigen unter den Standen, welche Protestirendegenannt wurden und sich für die Einführung einer neuenLehre erklärt hatten, vor dem Hofgerichte anzuklagcn. NurKatholiken, Untcrschreiber des C'orpus «lootrinno Ernten,cm«und Entsager des Calvinismus sollten Ämter erhalten dürfen.

Me ausserhalb des Landes, ohne Wissen der Rcgimentsrätheerlassene Verfügungen des Kurfürsten seit dem Jahre 1613,selbst wenn sie Gütcrbesitz betrafen, wurden für nichtig erklärt,und alle übrigen vom Kurfürsten ohne Wissen der Rcgimentsrätheerlassenen und ertheilten Befehle, Privilegien, Schenkungen,auch Executionen und Inhibitionen gegen die königlichen Be-fehle sollten dem Urtel des Hofgcrichts und den in den Ver-trägen bestimmten oder vom Könige fcstzusctzendcn Strafenunterworfen sein. So blieb dem Kurfürsten nur noch derSchatten einer fürstlichen Gewalt inPreusscn übrig. Er ver-mittelte zuletzt selbst die Beilegung des Streits beider Par-teien und wirkte dahin, daß den Qucrulirendcn, seinen Geg-nern, die bedeutenden Kosten vom Lande ersetzt wurden, welcheihre Beschwerden gegen ihn verursacht hatten. Das war ge-wiß sehr klug, denn so erhielt er selbst wenigstens funfzigtau-scnd Gulden, der König von Polen freilich hunderttausendGulden von den Standen bewilligt.

Die Liebe der Preusscn, die der Kurfürst wohl nie imhohen Grade besessen hatte, konnte er sich nicht wieder ver-schaffen, denn die lutherischen Prediger waren ihm zu sehrentgegen. Behauptete doch, unter dem Vorsitze des I)r. Bchm,in einer öffentlichen Disputation ein Magister Wagner, mitaugenscheinlicher Hindeutung auf den Kurfürsten: die Calvi-msten welche angäben, sie wichen nicht vom lutherischen Glau-