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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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384 Buch III. Drittes Hauptstück. l

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rungcn, hauptsächlich über die Lehre vom Abendmahle, gefähr- 'sich, wenn diese so gedeutet werden konnten, als bewiesen sie ^Anhänglichkeit an die Lehre Calvins. !

Man stritt und verfolgte einander auch hier um Dinge,die wenigstens nicht wesentlich zur Seligkeit sind, aber durch- !aus so genommen wurden. Die Buchdrucker in der Mark stmussten schwören keine calvinistische Schriften drucken zu wol-len, deren Verbreitung man auch durch scharfe Verbote zu -hindern bemüht war. Kurfürst Joachim II. erklärte noch kurz !vor seinem Ende (1569) den in Berlin versammelten Ständen: ser verfluche den zwinglischen Jrrthum von Herzen und habe !fest beschlossen dessen Anhänger nicht zu dulden; auch seinBruder, der Markgraf Johann, gestattete ihnen den Aufent- >halt in seinem Lande nicht. Der Kurfürst Johann Georg !war noch eifriger. Er sagte zu einem fremden Gesandten, im !Bezüge auf den Verdacht über die Nechtglaubigkeit einiger sProfessoren: „ich habe zwar auch eine Universität in meinem 'Lande, halte sie für ein großes Kleinod und ist mir sehr lieb;allein wenn ich wüsste, daß meine Theologen und Professoren ;irrig lehrten, so wollte ich, daß das Collegium und die Uni- sversität feuerlichterloh abbrennte. Ich wollte sehn, wie ich den ^Schaden vergessen und verschmerzen könnte." Mit Absetzungund harten Strafen wurde von ihm ein Geistlicher bedroht, !welcher die allgemeine Beichte cingesührt hatte ').

Der berühmte Kanzler Lampert Disielmeyer, welcher über- >zeugt war, daß die Calvinisten den Menschen geradezu dem sTeufel in den Rachen führten^), hielt es für seine Pflicht,Gott zu bitten, ihn und die Lutheraner mit Hasse gegen sie szu erfüllen. Bei dieser Stimmung auch der Unterthanen muss-,len sich die Fürsten gegen die Stande, wie die Erbprinzen ^gegen ihre Väter gewöhnlich verpflichten, in Religionssachm ^nichts ändern, vielmehr beständig bei dem lutherischen Glau- sben und der unveränderten augsburgischen Confession vom !Jahre 1530 bleiben zu wollen, was die Kurfürsten Johann sGeorg (1572) und Joachim Friedrich (1593 und 1602), Her-

1) Hausen Einladungsschrift u. s. w. von der Bildung des Chur- !

fürsten Johann Georg. Frankfurt a. d. O. 180L. S. 23. s

2) Sprache dieser Zeit. !