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1 (1830) Vom Jahre 1191 bis 1640
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Nächste Ursachen des 30jähr. Kriegs. 355

sie gleichmäßig zurückgesetzt, von den höchsten Reichsämternentfernt und ausgeschlossen, endlich, als sie vereinzelt, ohn-mächtig, ohne Schutz der Regierung waren, gewaltsam be-einträchtigt '). Dieses Verfahren wurde für Polen in dop-pelter Hinsicht nachtheilig: denn erstens spaltete es die Na-tion, führte dann die langjährigen Kriege mit den Schwedenherbei, welche den Sigismund als Katholiken und Verletzerder Reichsgrundgesetze der schwedischen Krone verlustig erklär-1600ten und seinen Oheim Karl IX. als König annahmen, vcr-anlasste später die auswärtigen Mächte sich in die innerenAngelegenheiten Polens zu mischen; endlich, was uns beson-ders angeht, legte es den Grund dazu, daß die Verhältnissedes Herzogthums Preussen zu Polen unerträglich drückendund demüthigend wurden, was dann den großen Kurfürstenvon Brandenburg zu dem Bestreben brachte derselben entledigtzu werden.

Es führte bereits seit vielen Jahren, wie wir erzählt ha-ben, der Markgraf Georg Friedrich mit polnischer Genehmi-gung die Regierung für seinen schwachsinnigen Vetter, denHerzog Albrecht Friedrich von Preussen, und hatte auch vomKönige Sigismund III. für sich und die kurfürstliche Liniedie Belehnung erhalten. Da die Ehe des Markgrafen ganz 1589kinderlos blieb, die Söhne des Herzogs aber in frühester Ju-gend starben und nur Töchter aufwuchsen, so wurde gegendas Ende des Jahrhunderts für das Kurhaus der Fall derErerbung Preussens höchst wahrscheinlich. Unstreitig veran-lasste dieses den Kurfürsten Johann Georg, seinen Enkel, Jo-hann Sigismund, den ältesten Sohn des Kurprinzen JoachimFriedrich, mit der ältesten Tochter des unglücklichen Herzogsvon Preussen zu vermählen. Diese Prinzessin war zugleichwegen ihrer Mutter Marie Eleonore, der ältesten Schwesterdes wahnsinnigen Herzogs von Jülich, Kleve und Berg, alsnächste Erbin dieser reichen Länder anzusehn, wodurch demHause Preussen ein, wie es schien, friedlicher Weg zu weit-ausschenden Erwerbungen geöffnet wurde. Der Kurfürst Jo-hann Georg erlebte bei seinem hohen Mer die Verwirklichung

1) Jckel, Pohlens Staatsvcränderungcn Bd. II. S. 108 ff.

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