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Nächste Ursachen des ZOjähr. Kriegs.
an; den Evangelischen war nicht genug, was die Bulle ge-stattete, sie wurde daher spater wieder zurückgenvmmen, docherhielt sich auch bei Katholiken der Genuß des Abendmahlsunter beiderlei Gestalt bis zum Jahre 1628 in Schlesien.
Auch nach Ferdinands Tode wurde die Ruhe unter der Re-1564gicrung seines in Religivnssachen sehr gemäßigten SohnsMaximilians II. sowohl im Reiche als in den Erblanden erhal-ten. Einzelne Störungen konnten doch nie zu einem allgemei-nen Ausbruche gedeihen, weil der Kaiser sich keiner Partei hin-gab. Der Friede wirkte wohlthatig auch auf Schlesien, unddie Steuern, welche wegen der Türkenkriege aufgebracht wer-den mussten, konnten leicht getragen werden. Die politischenRechte der Evangelischen wurden im Reiche Böhmen und des-sen cinverleibten Provinzen anerkannt, und es verbreiteten sich 1567die Anhänger des Lutherthums durch die gesummten öster-reichischen Erblande dermaßen, daß vorzüglich unter den erstenStänden und in den Städten bei weitem der kleinste Theilkatholisch blieb *). So gern sich die Jesuiten in Schlesienfestgesetzt hätten, so wenig gelang ihnen dieses bei dem Wi-derstreben der Bischöfe und der zahlreichen geistlichen Orden,welche dadurch beeinträchtigt zu werden fürchteten. Als abernach dem Tode Kaiser Maximilians sein in Spanien erzöge-1576ner, dem Vater sehr unähnlicher Sohn Rudolph II. die Re-gierung übernahm, so änderten sich die bisherigen Verhält-nisse nach und nach durch das parteiische Verfahren desKaisers, welches den Muth und die Hoffnungen der Katho-liken hob, die Protestanten aber erbitterte. Rudolph, ohneausgezeichnete Verstandeskräfte und Sinn für die Pflichtenund Freuden des Regiercns, hatte nur die Neigungen einesreichen Privatmannes. Er besaß selbst ausgezeichnete Kennt-nisse, doch meistens von der Art wie sie Königen überflüssigsind, ging gern mit Gelehrten um, arbeitete mit ihnen inder Stille der innersten Gemächer seines Palasts, zurückgezo-gen von dem unruhigen Treiben des Lebens. Es war inihm sowohl die großartige Liebe für Wissenschaften, welche
1) Weil dann schier mehrertheil und fast die ganze Schlesien deraugspurgischen Confession verwandt und anhängig. Ungedrucktes SchreibenKaiser.Maximilians an den Bischof von Breslau. Wien, d. 11. Oct.. 1564.
Stenzel Gesch. d. Preußisch. Staats I. 23